Super-"Rookie" jagd Sieg-Hattrick: Lewis
Hamilton will auch in Frankreich angreifen
- Stall-Duell mit Mc-Laren-Kollege Alonso setzt sich fort
- Vermutlich letztes Rennen auf Magny-Cours-Strecke

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Jungstar Lewis Hamilton will nach seinen zwei Nordamerika-Debüt-Siegen in Montreal und Indianapolis im Grand Prix von Frankreich in Magny-Cours mit einem Hattrick die WM-Führung ausbauen. Den härtesten Konkurrenten hat der dunkelhäutige Überflieger wohl wieder im McLaren-Teamkollegen und Titelverteidiger Fernando Alonso. Der zehn Punkte zurückliegende Spanier gab sich vor dem 8. von 17 WM-Läufen kämpferisch. "Mit der Rückkehr nach Europa beginnt die Weltmeisterschaft erst so richtig", erklärte Alonso.
Der Doppel-Weltmeister will mit seinem zweiten Frankreich-Sieg die drohende Solofahrt seines Teamkollegen im WM-Rennen bremsen. Das packende Duell des McLaren-Duos steht auch beim voraussichtlichen Abschiedsrennen in Magny-Cours im Mittelpunkt. Aber nicht nur sportlich sorgen der britische Formel-1-Emporkömmling und der spanische Platzhirsch seit Wochen für Schlagzeilen. Der Dauerzwist zwischen Hamilton und Alonso könnte sich zum kontraproduktiven Psychokrieg ausweiten.
Ron Dennis verhängte Maulkorb
In Monte Carlo hatte sich der 22-jährige Wunderknabe Hamilton wegen der Teamstrategie beleidigt als "Nummer 2" behandelt gefühlt. Alonso jammerte danach in Montreal, Hamilton genieße die "ganze Hilfe und Unterstützung" des britischen Teams. In Indianapolis ließ sich der sonst so ruhige Spanier sogar zu einer abwertenden Geste in Richtung Kommandostand hinreisen. Britische Medien schrieben schon vom "Bruderkrieg" und Teamchef Ron Dennis hat inzwischen einen Maulkorb verhängt. "Ich habe angeordnet, dass die Fahrer nur noch dann übereinander reden dürfen, wenn sie am gleichen Tisch sitzen."
In Frankreich will Hamilton wieder angreifen. "Meine Ziele bleiben dieselben: Es geht um Konstanz und möglichst viele Punkte, also muss ich nicht unbedingt gewinnen", sagte der 22-Jährige. Mit dieser Taktik schaffte es der Neuling bisher in jedem der sieben Grand Prix auf das Podest und stellte damit einen beeindruckenden Rekord auf. "Ich sehe natürlich auch, dass sich eine Möglichkeit zum Gewinn des WM-Titels ergibt", räumte Hamilton (58 Punkte) ein, dass er angesichts von zehn Zählern Vorsprung auf Alonso (48) als logischer WM-Anwärter gilt, zumal die anfangs hochgehandelten Ferrari-Konkurrenten Felipe Massa (39) und Kimi Räikkönen (32) derzeit abgeschlagen hinterherfahren.
Wieder in Europa: Alonso optimistisch
Alonsos Hoffnungen auf einer Wende basieren auf "gewissen Gemeinsamkeiten zwischen Magny-Cours und Monaco". Im Fürstentum hatte er seinen letzten Sieg gefeiert, in Frankreich mit Renault 2005 gewonnen und im Vorjahr den zweiten Rang hinter Michael Schumacher belegt. Dies macht nach den jüngsten Rückschlägen Mut. "Wir haben noch nicht einmal Halbzeit. Ich bin überzeugt, dass von jetzt an alles optimal für mich verläuft", sagte Alonso.
Hoffnung auf eine Wende hegen auch die roten Rivalen von Ferrari, obwohl zuletzt sogar Sabotage-Vorwürfe gegen den eigenen Techniker Nigel Stepney für Unruhe sorgten. "Die WM ist noch nicht entschieden", kündigte Massa die Rückkehr zu alter Stärke an. Der bisher enttäuschende Schumacher-Nachfolger Räikkönen versprach: "Wir kämpfen weiter. Unser Auto ist weit besser als in Nordamerika und früher oder später wird auch Hamilton Druck bekommen." (apa/red)
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