Luftangriffe in Afghanistan: Mindestens
30 Zivilisten bei blutiger Offensive getötet
- Einsatz gegen Taliban-Kämpfer: Dutzende Verletzte
Mehr als 30 afghanische Zivilisten sind bei einem Luftangriff ausländischer Truppen getötet worden. Zudem habe es bei dem Einsatz gegen aufständische Taliban-Kämpfer in Süd-Afghanistan Dutzende Verletzte gegeben, sagte ein Vertreter der Provinz Helmand.
Unter den etwa 30 zivilen Opfern seien nach ersten Untersuchungen Frauen und Kinder, sagte der Leiter der Behörden des Bezirks Gereschk, Dor Alishah. Die Luftangriffe richteten sich demnach gegen das Dorf Haidar Abad.
Ein Vertreter der US-Luftwaffe sagte, die ISAF-Truppen hätten Luftunterstützung angefordert, nachdem sie längere Zeit von Aufständischen unter Beschuss genommen worden seien. Alle feindlichen Stellungen seien zerstört worden.
Wegen der steigenden Zahl ziviler Opfer in dem Konflikt ist der afghanische Präsident Hamid Karzai in den vergangenen Wochen in Kritik geraten. Er forderte daraufhin eine engere Zusammenarbeit der Koalitionstruppen mit den einheimischen Behörden. Die Angriffe müssten besser abgestimmt werden, sagte er.
Seit Jahresanfang wurden nach Angaben von Regierungsvertretern und Hilfsorganisationen bei Einsätzen ausländischer Streitkräfte knapp 300 Zivilisten getötet; viele weitere kamen bei Anschlägen Aufständischer ums Leben. Die Auseinandersetzungen in Afghanistan der vergangenen Wochen gehören zu den schwersten seit dem Sturz des Taliban-Regimes.
(apa/red)
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