Waldbrand in Athen endlich unter Kontrolle:
Lunge der griechischen Hauptstadt zerstört
- Neue Brände könnten jederzeit wieder ausbrechen
- Alle Behörden bleibe in höchster Alarmbereitschaft

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Nach den verheerenden Waldbränden in Griechenland entspannt sich die Lage langsam. Die Feuer auf dem griechischen Festland und auf der Mittelmeerinsel Zypern seien unter Kontrolle, teilten die Feuerwehren mit. Allerdings blieben die Behörden in Alarmbereitschaft. Dies gelte vor allem für die Region nördlich von Athen. Dort war auf dem Berg Parnitha vor zwei Tagen ein Großbrand ausgebrochen. Nur in einigen schwer erreichbaren Schluchten des Berges brenne es noch.
In der Nacht auf Samstag erschütterte zudem ein Erdbeben der Stärke 5,1 den Westen Griechenlands. Am Vortag hatte es einen Erdstoß der Stärke 5,8 in der Region um die Insel Korfu gegeben. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.
Auf Zypern, wo am Freitag drei Dörfer auf dem Berg Troodos evakuiert worden waren, kehrten die Einwohner am Samstag wieder in ihre Häuser zurück, berichtete der staatliche Rundfunk. Mit zwei Spezialhubschraubern aus dem Libanon sowie Löschflugzeugen aus Israel und Italien war es den Rettungstrupps auf der Mittelmeerinsel gelungenen, den Flammen auf dem Troodos Einhalt zu gebieten.
In Mittelgriechenland bei Volos und Larisa löschten zahlreiche Regenschauer die Waldbrände vollständig. "Dieser Regen war ein Segen für die Regionen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr.
Nach einer ersten Bilanz von Umweltorganisationen seien bei dem Waldbrand nahe Athen rund 2500 Hektar Tannen- und Pinienwald zerstört worden. Ursprünglich war der Wald 3800 Hektar groß. Unzählige Hirsche, Igel, Füchse und andere Wildtiere starben in dem Flammeninferno. "Alles ist verkohlt. Wir können ab sofort nicht mehr vom Parnitha-Wald, sondern vom Schwarz-Wald sprechen", meinte die Athener Zeitung "Eleftherotypia". Die bis Donnerstag größte grüne Fläche der Vier-Millionen-Stadt - der Berg Parnitha, der auch die "Lunge Athens" genannt wird - existiere nicht mehr, hieß es.
Bei den Waldbränden in Mittelgriechenland sind nach ersten Schätzungen 15.000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, Busch- und Waldgebiete zerstört worden. Bürgermeister der Region und Einwohner machten Bodenspekulanten für die Katastrophe verantwortlich. Nach einer sechstägigen Hitzewelle mit Temperaturen um die 45 Grad waren nach Angaben der Einsatzkräfte in den vergangenen drei Tagen landesweit 307 Waldbrände ausgebrochen.
(apa/red)
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