Schröder im "profil"-Interview: Albertina-Restitutionsfall "nur die Spitze des Eisbergs"
- Albertina-Direktor glaubt, dass Restitutionsfragen "uns noch Jahre, möglicherweise Jahrzehnte beschäftigen"
·Albertina droht ein großer Restitutionsfall
War die Plakatsammlung Julius Paul Notverkauf?
In einem Interview des Nachrichtenmagazins "profil" sprach sich Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder für die Rückgabe der Plakatsammlung Julius Paul aus: "Wir wollen ja nicht Eigentümer von etwas sein, das wir unrechtmäßig besitzen. Ich vermute, dass das nur die Spitze des Eisbergs sein wird. Das geht auch den deutschen Kollegen so, die nicht nur mit einem Kirchner zu tun haben, den man zurückgibt und die Restitutionsgeschichte damit abhaken kann. Das wird uns noch viele Jahre, möglicherweise Jahrzehnte beschäftigen. Daran gibt es nichts zu bedauern. Daran wird man sich gewöhnen müssen."
Die Recherchen seien von der Albertina ausgegangen, so Schröder, dessen Mitarbeiter "die Provenienzforschung dieser in ihrer Größe und Komplexität einzigartigen Plakatsammlung betrieben" hätten. Man habe bereits Erben ausfindig gemacht. Den kolportierten Wert der Sammlung, beziffert mit 7,5 Millionen Euro, könne er indes nicht bestätigen. "Was die Sammlung einzigartig macht, ist ihr kulturhistorischer Wert."
Die Bearbeitung der Causa Paul werde "noch Monate" in Anspruch nehmen, "da die Quellenlage eine sehr, sehr schlechte ist", sagt Schröder weiter: "Wenn wir den oder die Eigentümer schließlich eruiert haben werden, möchte ich allerdings dafür sensibilisieren, dass die Sammlung geschlossen erhalten bleibt und nicht in alle Welt zerstreut wird. Dann würden sich einige Sammler die Spitzenwerke als Rosinen herauspicken, der Rest wäre Makulatur, Altpapier."
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