Donnerstag, 28. Juni 2007

Interesse an Österreich nimmt ab: Letztes Jahr wollten weniger Menschen zuwandern

  • Vor allem Deutsche kommen, verstärkt auch Polen
  • Anziehungspunkt Nummer eins unverändert Wien

Die Zuwanderung nach Österreich war im vergangenen Jahr rückläufig. Trotzdem gibt es weiter mehr Personen, die ins Land kommen als die es verlassen. Das geht aus den Daten der Statistik Austria für das Jahr 2006 hervor. Vor allem Deutsche streben weiter in Richtung Österreich, von den neuen EU-Ländern gibt es nur seitens der Polen eine stärkere Wanderbewegung in Richtung der heimischen Grenzen.

In absoluten Zahlen beträgt das Wanderungssaldo +27.477 Personen. Das ist der geringste Wert seit dem Jahr 2000 und ein Rückgang der Netto-Zuwanderung im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent. 2005 waren 49.172 Personen mehr nach Österreich gekommen, als den umgekehrten Weg beschritten hatten.

Dass die Zahl der Zuwanderungen im Vorjahr stark zurückgegangen ist, liegt vor allem an den Nicht-EU-Bürgern, die in deutlich geringerer Zahl nach Österreich gekommen sind. Prägnantestes Beispiel: Aus der Türkei gab es 2005 ein Wanderungsplus von 5.004 Personen, im Vorjahr lag es nur noch bei 1.949.

Relativ am stärksten ist der Zustrom aus den "alten" EU-Staaten. Hier gab es zwischen 2005 und 2006 nur einen geringen Rückgang (von +12.033 auf 11.320). Vor allem die Deutschen strömen unverändert ins Land. Die Netto-Zuwanderung lag bei 9.076 Personen und damit nur knapp unter dem 2005er-Wert. An zweiter Stelle folgen die Polen, erst dahinter kommen die klassischen Gastarbeiter-Länder Serbien (noch mit Montenegro zusammengerechnet) und Türkei.

Anziehungspunkt Nummer eins für Ausländer ist unverändert Wien. 27.883 "Wegzügen" stehen 40.048 Zuzüge gegenüber. Damit entfallen 44 Prozent des Wanderungssaldos auf die Bundeshauptstadt.

(apa/red)

28.6.2007 11:07