Freitag, 22. Juni 2007

Kommt die Bahn zu spät gibt's Geld zurück:
EU-Regelung für internationalen Zugverkehr

  • Die Entschädigungen sollen ab 2009 bezahlt werden
  • Bisher keine Regelung für Regional- und Nahverkehr

Zugfahrer können sich freuen. In der EU sollen Bahnreisende in Zukunft für Verspätungen eine Entschädigung erhalten. Darauf einigten sich nach langwierigen Verhandlungen das Europaparlament, die EU-Kommission und der EU-Ministerrat. "Künftig gibt es für alle Bahnreisende bei Verspätungen Geld zurück", sagte am Donnerstag in Straßburg der verkehrspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Georg Jarzembowski (CDU). Die Regelung soll ab 2009 in Kraft treten, gilt jedoch zunächst nur für den internationalen Verkehr. Bei nationalen Bahnfahrten, die etwa 95 Prozent aller Fahrten ausmachen, können die Mitgliedsländer Übergangsfristen bis zu 15 Jahren beschließen.

Hat ein Zug mehr als eine Stunde Verspätung, soll der Fahrgast 25 Prozent des Fahrkartenpreises zurückerhalten. Bei einer Verspätung von mehr als zwei Stunden gibt es die Hälfte des Fahrpreises zurück. Jarzembowski bedauerte die Möglichkeit langer Übergangsfristen. "Ich gehe aber davon aus, dass die Bundesregierung keine Übergangsfristen in Anspruch nehmen wird", sagte er.

Auch Regional- und Nahverkehr?
Abgelehnt hatten die EU-Verkehrsminister die Forderung des Europaparlaments, auch im Regional- und Nahverkehr, wo es häufig zu beträchtlichen Verspätungen kommt, die Bahnkunden zu entschädigen. Die nationalen Eisenbahnnetze werden ab 2010 für den Wettbewerb geöffnet. Im September soll das Europaparlament über die Vorlage abstimmen.(apa/red)

22.6.2007 08:49