Freitag, 22. Juni 2007

"A paar Buchteln und a Bier": Betroffenheit über Danzers Tod im Wiener Cafe Hawelka

  • Innenstadt-Kaffeehaus war Ort von "Jö schau!"

Mit dem Tod von Georg Danzer wird das legendäre Cafe Hawelka in Wien wohl zur Pilgerstätte. Dort, wo 1975 das Video zur Austropop-Hymne "Jö schau" entstand, herrschte tiefe Betroffenheit über das Ableben des ehemaligen Stammgastes in dem Künstler-Cafe. "Das ist schlimm", sagte der Enkel des legendären Betreiberehepaars, Amir Hawelka, im Gespräch mit der APA. "Durch sein Lied sind wir national berühmt geworden."

Dabei sei die 2005 verstorbene Josefine Hawelka damals zunächst gar nicht begeistert von dem "Flitzerlied" gewesen: "Meine Großmutter hat sich zuerst wahnsinnig darüber aufgeregt. 'So eine Frechheit! Das kann man doch nicht machen!' hat sie gesagt", erinnerte sich ihr Enkel. Die damalige Chefin dürfte dem Austropopper dann doch verziehen haben: "Wann immer ich ins Hawelka kam, war Frau Josefine ausnehmend nett zu mir", hatte Danzer der APA in einem Interview gesagt.

An den Videodreh in dem Kaffeehaus erinnert sich auch der Enkel. Er habe Danzer als einen "sehr sympathischen Menschen" kennen gelernt.

Der "Nackerte" ist auch heute noch Publikumsmagnet: Immer wieder kommen Wien-Besucher, die sich danach erkundigen, erzählte der Juniorchef. Der Musiker selbst habe sein ehemaliges Stammlokal zuletzt vor etwa vier bis fünf Jahren besucht. Auch damals dürfte er wohl "Bier und Buchteln", sein "Lieblingsmenü" im Hawelka, geordert haben.

Eine von Danzer signierte Zeichnung des "Nackerten", die an einer Wand des Kaffeehauses hängt, werde nun wohl zur Gedenktafel werden, meinte der Juniorchef.

(apa/red)

22.6.2007 16:46