Donnerstag, 21. Juni 2007

Wussow laut Obduktion nicht ermordet: Laboruntersuchungen aber noch ausständig

  • Zuvor Anzeige wegen Mordes bei Staatsanwaltschaft
  • 78 Jähriger war nach langer Krankheit gestorben

Der Schauspieler Klausjürgen Wussow ist nach einem vorläufigen Obduktionsergebnis eines natürlichen Todes gestorben. Das sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Scherding in Frankfurt (Oder). "Das Krankenhaus geht zutreffend von einem natürlichen Tod aus." Es stünden jedoch noch Laboruntersuchungen aus.

Die Anklagebehörde ermittelt seit Mittwoch, nachdem eine Anzeige gegen unbekannt eingegangen war, der zufolge Wussow keines natürlichen Todes starb. Der 78 Jahre alte Schauspieler war nach langer Krankheit im Evangelischen Krankenhaus Rüdersdorf im deutschen Bundesland Brandenburg gestorben.

Die Strafanzeige war nach Angaben von Staatsanwalt Michael Neff von einem Arzt aus München erstattet worden, der angegeben habe, ein Freund der Familie Wussow zu sein. Zum Inhalt wollte Neff keine näheren Angaben machen. Der darin erhobene Vorwurf eines gewaltsamen Todes habe sich bisher jedoch nicht bestätigt.

Im Labor würden nun toxikologische Untersuchungen und Gewebetests vorgenommen; die Rechtsmediziner suchen demnach nach Spuren von Fremdeinwirkung oder giftiger Substanzen. Es handle sich um Routinemaßnahmen, sagte Neff. Bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen, könnten Wochen vergehen.

Der Leichnam Wussows soll laut Staatsanwaltschaft zur Beisetzung freigegeben werden. Der Schauspieler wurde in den vergangenen Monaten mehrfach im Krankenhaus behandelt. Einer Sprecherin seiner Kinder zufolge hatte er zuletzt wegen einer schweren Demenz seine Familie nicht mehr erkennen können.

Der Schauspieler war vor allem durch seine Rolle in der Serie "Die Schwarzwaldklinik" bekannt geworden und galt in seiner Glanzzeit als Publikumsliebling. Seit 2004 war er mit der Witwe des Ex-Boxers Bubi Scholz, Sabine Wussow, verheiratet. Diese hat die Strafanzeige zum Tod ihres Mannes als "makabren Scherz" bezeichnet. "Es wäre mir lieber, wenn mir das erspart geblieben wäre", sagte Scholz.

(apa/red)

21.6.2007 16:50

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