Man kann ihnen nicht entfliehen: Gelsen-
Populationen kommen langsam auf Touren
- So genannte Überschwemmungsgelsen fehlen noch
Trotz des milden Winters und der bisher ungewöhnlich hohen Frühlingstemperaturen kommen die Gelsen-Populationen bisher nur langsam auf Touren. Der Grund: Es fehlen weitgehend die so genannten Überschwemmungsgelsen, berichtete Zoologe und Stechmückenspezialist Bernhard Seidel. Was sich derzeit anbahnt, ist eine Vermehrung der Hausgelsen, aber das geht vergleichsweise langsam vor sich.
Die ungewöhnlich großen Weibchen der Hausgelsen überwintern gerne in menschlichen Behausungen, Kellern und Schuppen. So bald es warm wird, suchen sie kleine Wasseransammlungen, um ihre Eier abzulegen.
Dabei werden sie auch während in der Natur sehr trockener Perioden in Gärten fündig. Achtlos stehen gelassene und mit Wasser gefüllte Gieskannen, Regentonnen oder sonstige Wasseransammlungen reichen für die Entwicklung der Eier über die Larven bis zu den geflügelten Blutsaugern. Bei entsprechend hohen Temperaturen verläuft die Entwicklung dank der Energie-reichen Blutmahlzeit der Mutter innerhalb von einigen Tagen.
Lebenszweck der Weibchen ist, sich zu paaren und einen Tropfen Blut zu ergattern und schon folgt die nächste Generation an Larven. So werden die Populationen der verschiedenen Arten langsam, aber sicher, immer zahlreicher.
Anders läuft die Sache bei den so genannten Überschwemmungsgelsen. Bei diesen Arten lauern Myriaden von Eiern in häufig von Hochwässern heimgesuchten Arealen. Kommt das Wasser und hinterlässt Tümpel schlüpft ein Gutteil der Eier auf einmal.
Spätestens nach ein bis zwei Wochen kommt es für die menschlichen Bewohner solcher Gegenden dann besonders heftig, eine Gartenparty kann zum zweifelhaften Vergnügen werden.
(apa/red)
