Freitag, 22. Juni 2007

Österreicher sehen Globalisierung kritisch: Ca. 50% können mit Begriff wenig anfangen

  • Umfrage: 42 Prozent sehen Nachteile für unser Land
  • Nur ein Viertel der Befragten sieht Verbesserungen

Ein Großteil der Österreicher steht der Globalisierung nach wie vor kritisch gegenüber. Das ist Ergebnis einer telefonischen Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts "market" im Februar bei 533 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählten Personen ab 15 Jahren. Diejenigen, denen es heute im Vergleich zu vor fünf Jahren besser geht, führen dies überwiegend auf die eigene Leistung zurück. Die "Verlierer" geben dagegen eher der Globalisierung die Schuld.

Knapp die Hälfte der Bevölkerung kann mit dem Begriff Globalisierung wenig bis gar nichts anfangen. Informationsdefizite zeigen sich vor allem bei Pflichtschulabsolventen. Davon gaben 48 Prozent an, mit dem Thema weniger vertraut zu sein, 19 Prozent haben sich gar nicht damit beschäftigt.

Nachteile für Österreich
42 Prozent der Befragten sehen in punkto Globalisierung für Österreich eher Nachteile. Überdurchschnittlich viele Skeptiker (48 Prozent) befinden sich in der Gruppe der 30- bis 49-jährigen Männer. 29 Prozent der Gesamtbevölkerung finden, dass die Vorteile überwiegen.

26% sehen Verbesserungen durch Globalisierung
26 Prozent der Befragten finden, dass sich die persönliche Situation durch die Globalisierung verbessert habe. Vor fünf Jahren waren es 24 Prozent. 40 Prozent stufen ihre Situation als gleich gut ein. 2002 waren es 53 Prozent. Bei Personen mit Matura oder Universitätsabschluss ist der Anteil jener, die erklärten, es gehe ihnen heute besser, überdurchschnittlich groß: 43 Prozent. Mehr als die Hälfte dieser Gruppe (54 Prozent) macht aber nicht die Globalisierung dafür verantwortlich, sondern führt den Umstand auf die eigene Leistung zurück.

Bei der Gesamtbevölkerung vermuten 45 Prozent der Gesamtbevölkerung eine Mitbeteiligung der Globalisierung an der Verbesserung der eigenen Situation. Von den Personen, denen es schlechter geht, glauben 75 Prozent, dass dafür die Globalisierung großteils oder zumindest teilweise verantwortlich ist.

(apa/red)

22.6.2007 10:22