EU-Chefs einig: Grünes Licht für Euro- Einführung in Zypern und Malta gegeben
- Ab 1. Jänner wird Eurozone 15 Mitglieder haben
- Inselstaaten erfüllen EU-Konvergenzkriterien

·Mindestlöhne in EU keineswegs einheitlich
Luxemburger haben 17 Mal mehr als Bulgarier!
·Verbesserte Handels-
bilanz für Österreich
2006: Ausfuhren erstmals
über 100 Milliarden Euro
·INFO-GRAFIK
Preis-Änderungen seit der Einführung des Euros
·uro war keine Liebe auf den ersten Blick!
Ungeliebtes Bargeld trotzdem großer Erfolg
Die Eurozone wächst weiter. Die EU-Staats- und Regierungschefs genehmigten bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel die Einführung der Gemeinschaftswährung in Malta und Zypern ab Jänner 2008. Damit steigt die Zahl der Eurogruppen-Mitglieder auf 15. Der zypriotische Staatspräsident Tassos Papadopoulos sprach von einem "historischen Tag für Zypern".
Die beiden Inselrepubliken erfüllen nach Ansicht des EU-Gipfels die im EU-Vertrag festgesetzten Kriterien für die Einführung des Euro an Stelle des Zypern Pfundes und der maltesischen Lira. Das haben bereits EU-Kommission und die Europäische Zentralbank in entsprechenden Berichten im Mai festgestellt.
Zypern hat nach einer drastischen Finanzkonsolidierung 2004 und 2005 das Defizit von 6,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes 2003 auf 1,5 Prozent 2006 gesenkt und lag damit deutlich unter der Drei-Prozent Defizit-Grenze. Der Euro sei der "Lohn" für die Sparpolitik und die Opfer der Bevölkerung, sagte Papadopoulos. Auch die durchschnittliche Inflationsrate Zyperns lag seit August 2005 unter dem Referenzwert, zuletzt im März bei 2,0 Prozent.
Malta hat sein Defizit zwischen 2003 und 2006 sogar noch stärker reduziert, konkret von 10 auf 2,6 Prozent. Das EU-Defizitverfahren gegen die Inselrepublik wurde erst Anfang Juni eingestellt. Die Inflationsrate lag seit Juli 2005 unter dem Referenzwert und zuletzt im März bei 2,2 Prozent. Der öffentliche Schuldenstand lag zwar noch über dem Zielwert von 60 Prozent des BIP, ist aber ähnlich wie in Zypern im Rückgang begriffen.
Der EU-Gipfel beglückwünscht beide Länder laut einem Entwurf für die Abschlusserklärung zur Aufnahme in die Währungsunion und lobt die "solide Wirtschafts- und Finanzpolitik". Nun müssen die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen im Juli noch den finalen Beschluss fassen, was aber als Formsache gilt. (apa/red)

