Immer weniger Geld für die eigene Arbeit: Lohnquote sank bei uns besonders stark
- Zwischen 1995 und 2005 von 66,2 auf 60% gesunken
- OECD für Überprüfung der Arbeitslosengeld-Politik
Der Anteil der Arbeitnehmer-Löhne an der wirtschaftlichen Gesamtleistung der Industrieländer hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Das geht aus dem OECD- Beschäftigungsausblick 2007 hervor. Innerhalb einer Volkswirtschaft wird immer weniger Geld mit der eigenen Arbeitskraft erwirtschaftet - vor allem in Österreich. Hierzulande sei der Rückgang der Lohnquote besonders stark.
Allein zwischen 1995 und 2005 sank der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Bruttoinlandsprodukt von 66,2 auf 60,0 Prozent - dreimal so schnell wie im Durchschnitt der 20 OECD-Länder, für die Daten verfügbar sind. Der Anteil kurzzeitig Beschäftigter (kürzer als ein Jahr) stieg in Österreich im gleichen Zeitraum vergleichsweise schnell von 11 Prozent auf über 15 Prozent. Stabil - bei knapp zehn Jahren - war dagegen laut OECD-Bericht die durchschnittliche Verweildauer im Beschäftigungsverhältnis.
Finanzierung der sozialen Sicherung auf breitere Basis stellen
Ländern mit hohen Sozialbeiträgen wie Österreich, Deutschland oder Belgien empfiehlt die OECD-Studie, die Finanzierung der sozialen Sicherung auf eine breitere Basis zu stellen. Vor allem bei der Krankenversicherung, wo die geleisteten Beiträge nicht den Umfang der Leistungen bestimmen, könnte eine Steuerfinanzierung zu einer Entlastung der Arbeitseinkommen führen. Zur Gegenfinanzierung eignen sich nach Ansicht der Autoren die Mehrwert- oder die Einkommenssteuer.
Darüber hinaus sollte die Unterstützung für Arbeitslose stärker daraufhin überprüft werden, in wie weit sie beschäftigungsfreundlich wirkt. Dies könne durch angemessene Zahlungen in Kombination mit Maßnahmen zur "Aktivierung" von Arbeitnehmern erfolgen. Gleichzeitig empfiehlt die Studie, den Wechsel in neue Arbeitsplätze zu erleichtern, ohne den Arbeitnehmern die soziale Sicherheit zu nehmen. Das so genannte Flexicurity-Modell sei dafür eine erfolgreiche Strategie.
(apa/red)

