Montag, 18. Juni 2007

Österreichs Banken verlieren Loyalität: Kunden sind mit Betreuung unzufrieden

  • Filialnetz-Dichte hat in Städten bisher zugenommen
  • Hongkong, Schweiz und USA schnitten am besten ab

Mehr als die Hälfte der Österreicher, nämlich 60 Prozent, bemängeln die Betreuung in den heimischen Banken. Vor allem die Beratungsqualität steht am Pranger. Trotz Ausbau des Filialnetzes in den Städten hat sich an der Zufriedenheit "nicht viel geändert", geht aus einer aktuellen Bankenstudie "Global Retail Banking" des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton hervor.

Demnach nimmt die Loyalität der Österreicher gegenüber ihrer Hausbank kontinuierlich ab. Über 100 Banken in 17 Ländern weltweit wurden in der Studie unter die Lupe genommen, darunter die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die Erste Bank und Raiffeisen.

Banken besaßen mit Stand 2006 in Österreich Netz von rund 5.150 Filialen. Im städtischen Raum hat die Filialnetz-Dichte bisher zugenommen. "Die Hausbank wird zunehmend austauschbarer", so der Booz Allen Hamilton-Bankenexperte Reiner Hoock.

Mehr als zwei Drittel der Österreicher (67 Prozent) ziehen zwar für die Informations-Einholung den Gang in ihre Filiale vor, die Zufriedenheit liegt dennoch nur bei 40 Prozent. In Deutschland liegt die Zufriedenheit bei 30 Prozent und ist somit noch geringer als die in Österreich.

Für Kredite (63 Prozent), Hypotheken (56 Prozent) oder Vorsorge (53 Prozent) ziehen die österreichischen Bankkunden die persönliche Beratung vor. Aber nicht einmal ein Drittel der Österreicher vertritt die Meinung, dass Produkte in der Filiale verständlich erklärt werden.

Jeder dritte Österreicher informiert sich mittlerweile regelmäßig online. 27 Prozent der Österreicher kaufen Bankprodukte online, telefonisch kauft nur jeder Fünfte ein Produkt. Aber auch online zeigten sich nur 24 Prozent von der Beratungs- und Servicequalität beeindruckt.

Im globalen Vergleich schnitten Institute aus Hongkong, der Schweiz und den USA am besten ab.

(apa/red)

18.6.2007 14:37