"Monsterprozess" gegen Ex-Juve-Manager: Verfahren gegen Moggi mit rund 400 Zeugen
- Komplette Spitze des italienischen Calcio vor Richter
·Verliert Inter den Meistertitel 2006?
Mailands Großklubs sollen
Bilanzen gefälscht haben
Das Verfahren gegen den Ex-Sportdirektor von Juventus Turin, Luciano Moggi, Drahtzieher im kolossalen Fußballskandal in Italien, droht zu einem "Monsterprozess" zu werden. Rund 400 Zeugen werden in den kommenden Wochen bei dem ersten Prozess in der italienischen Fußball-Affäre aussagen.
Zu den Zeugen, die vor dem Gericht in Rom vorgeladen werden, zählen der Ex-Trainer der italienischen Nationalelf Marcello Lippi, sein Kollege von Real Madrid, Fabio Capello, Juve-Star Alessandro Del Piero, sowie mehrere Klubchefs, darunter der Präsidenten von Inter Mailand, Massimo Moratti, der Geschäftsführer von AC Milan, Adriano Galliani.
Auch der Ex-Verbandschef Franco Carraro und der Coach von AC Milan, Carlo Ancelotti, sollen als Zeugen aussagen, beschloss das Gericht. Sie sollen über ihre Beziehungen zum ehemaligen Sportdirektor des italienischen Rekordmeisters von Juventus Turin Luciano Moggi aussagen.
Moggi und sein Sohn Alessandro stehen wegen illegaler Praktiken der Spielervermittlungsagentur GEA vor Gericht. Angeklagt sind darüber hinaus GEA-Geschäftsführer Francesco Zavaglia und die Moggi-Mitarbeiter Francesco Ceravolo sowie Davide Lippi, Sohn von Marcello Lippi. Ihnen wird Gewalt und Einschüchterungsaktionen gegen einige Spieler sowie Verletzung der Wettbewerbsregeln vorgeworfen. Moggi Senior wird beschuldigt, seine Position als Juve-Manager ausgenutzt zu haben, um der inzwischen aufgelösten GEA seines Sohnes Mandanten zu verschaffen.
Juventus Turins im Mai 2006 zurückgetretenem Manager Moggi wird eine systematische Manipulation der Fußball-Meisterschaft 2004/2005 zu Gunsten des italienischen Rekordmeisters vorgeworfen. Vor allem mit Hilfe korrupter Schiedsrichter soll der 68-Jährige die Liga beeinflusst haben. Wegen dieser Vergehen war Moggi bereits zu einer fünfjährigen Berufssperre verurteilt worden. (apa/red)
