GAK rudert zurück: Grazer Klub verzichtet
auf Klage gegen österreichische Bundesliga
- Vize Messner: "Wir sind keine Rechtsanwaltskanzlei"
- Gute Nachricht für Klub: Akademie bleibt erhalten
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Der GAK verzichtet auf eine Klage gegen die Bundesliga. Dies gab Vizepräsident Walter Messner gegenüber der APA bekannt. "Wir werden dieses Vorhaben nicht weiterverfolgen", sagte Messner.
Zuvor hatte Präsident Stephan Sticher ein gerichtliches Vorgehen gehen die Liga angekündigt, mittlerweile haben die Grazer davon aber wieder Abstand genommen. "Wir sind ja keine Rechtsanwaltskanzlei, sondern ein Fußball-Verein. Wir konzentrieren uns auf die Geschehnisse auf dem Platz", versprach Messner.
Spiele weiter in UPC-Arena?
Im sportlichen Bereich gibt es für den GAK ohnehin genug zu tun. Auch nach der endgültigen Lizenzverweigerung ist noch offen, ob Routiniers wie Ex-Teamspieler Martin Amerhauser dem Verein erhalten bleiben. Ebenfalls noch nicht fixiert ist der Spielort für die Heimpartien der kommenden Saison. "Zu diesem Thema laufen derzeit Verhandlungen mit den Behörden. Es ist durchaus möglich, dass wir weiterhin in der UPC-Arena spielen", so Messner.
Ein Club ohne Spielgenehmigung für die Profi-Ligen wird automatisch an den Landesverband zurückverwiesen, er hat daher prinzipiell nicht das Recht, in der Regionalliga einzusteigen. Im Fall des GAK deutet aber alles darauf hin, dass die Kampfmannschaft der "Rotjacken" in der Regionalliga Mitte und die Amateure in der steirischen Landesliga spielen werden. "Das wurde uns vom steirischen Verband zugesichert", erklärte Messner.
Das Budget für das kommende Spieljahr wird laut Messner rund eine Million Euro betragen. Das könnte reichen, um den sofortigen Aufstieg in die Erste Liga zu schaffen. "Wir wollen Trainer Pegam so eine schlagkräftige Mannschaft zur Verfügung stellen, dass der Aufstieg zumindest im Bereich des Möglichen liegt", so Messner.
Der GAK-Vize betonte noch einmal, dass die Lizenverweigerung nur aus formellen und nicht aus finanziellen Gründen erfolgte - die Budgetentwürfe seien auf Grund des Zwangsausgleichs mit Verspätung abgegeben worden, dies hätte zum Entzug der Spielgenehmigung geführt, so Messner.
Sticher hatte Klage angedroht
Sein Vorgesetzter Sticher hatte nach der letztinstanzlichen Entscheidung wieder einmal schwere Geschütze gegen die Bundesliga aufgefahren und sogar mit Klage gedroht, was in einem von Liga-Boss Martin Pucher und Vorstand Georg Pangl gezeichneten offenen Brief an Sticher am Donnerstag kritisiert wurde.
"Letztendlich hat auch das Ständig Neutrale Schiedsgericht, welches anstatt eines staatlichen Gerichtes entscheidet, Eurer Klage gegen die Bundesliga nicht stattgegeben... Daher kann ich für Deine Äußerungen überhaupt kein Verständnis aufbringen. Ich glaube, dass es auch nicht zielführend ist, wenn Ihr noch immer versucht, in die Opferrolle zu schlüpfen. Du wirst sicherlich am besten über die Ursachen Bescheid wissen, welche Euch in die Insolvenz geführt haben", hieß es in dem Brief, in dem die Verantwortlichen auch ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der GAK so bald wie möglich als gesunder Klub in die Bundesliga zurückkehrt.
Akademie bleibt erhalten
Auch wenn der GAK und die Admira zwangsrelegiert wurden, dürften die Nachwuchs-Akademie beider Clubs bestehen bleiben. Am kommenden Donnerstag tagt die BNZ-Kommission unter dem Vorsitz von Bundesliga-Vorstand Pangl, unmittelbar danach tritt das ÖFB-Präsidium zusammen, das aller Voraussicht nach einen Vorschlag Pangls annehmen wird, wonach für diese zwei Akademien eine einjährige Ausnahmegenehmigung eingeführt wird. Diese Regelung wird notwendig, weil Regionalligisten normalerweise keine Akademie betreiben dürfen.
(apa/red)
