Mittwoch, 20. Juni 2007

GAK schaut nach Lizenz-Debakel in Zukunft:
Sofortiger Wiederaufstieg als erklärtes Ziel

  • Mannschaft zerfällt: Zahlreiche Spieler verlassen Graz
  • "Viele Baustellen": Trainingszentrum, Akademie, Büro

Beim Grazer Traditionsklub GAK ist eine lange Ära zu Ende gegangen. Nach der auch in dritter Instanz verweigerten Lizenz müssen die "Rotjacken" erstmals nach 55 Jahren in die sportliche Drittklassigkeit absteigen. Beim Meister von 2004 kündigt sich eine Welle von Spielerabgängen an, trotzdem sollen in den kommenden Tagen die Weichen für einen erfolgreichen Wiederaufstieg gestellt werden.

"Heute und morgen werden einmal intensive Gespräche mit dem Präsidium geführt", meinte Manager Wolfgang Kohlfürst am Tag nach dem Paukenschlag. "Wir haben mit dem Trainingszentrum, der Akademie und dem Büro gleich mehrere Baustellen zu bearbeiten."

Nach vier Stunden Beratungen lehnte das Schiedsgericht eine Spielgenehmigung für den Bundesliga-Absteiger aus formellen Gründen ab. Der GAK stolperte dabei über eine zu spät vorgenommene Budgetveränderung. "Wenn das der Grund war, dann ist die Härte des Urteils ein Wahnsinn", erklärte Kohlfürst, der erst seit wenigen Tagen im Amt weilt.

Mit dem Ausstieg von Trainer Lars Söndergaard und einem teuren Profi wie Samir Muratovic wären Gehälter abgebaut worden, was einen neuen Budgetentwurf zur Folge gehabt hätte. Dieser wurde jedoch zu spät, und damit nicht bestimmungskonform eingereicht.

Entscheidend wird laut Kohlfürst nun sein, welche Marschrichtung der Klub einschlagen wird: "Für mich ist das Ziel der sofortige Wiederaufstieg." Amateur-Spieler sollen gehalten werden und in Kombination mit einigen Routiniers eine schlagkräftige Truppe bilden. Offen bleibt jedoch, mit welchen Kickern die Grazer planen dürfen: Jung-Profis wie Sonnleitner, Spirk und Perchtold werden den Klub wohl ebenso wie Amerhauser, Landerl oder Hassler verlassen.

Ob auch in der Führungsebene Konsequenzen aus dem Lizenzentzug fallen werden, wird sich in einer in den kommenden Wochen einberufenen Generalversammlung entscheiden. Offenes Geheimnis ist, dass Ex-Präsident Harald Fischl (49 Jahre) in den letzten Monaten lautstark sein Interesse an einem neuerlichen Einstieg bekundete.

Eine Entscheidung in der Frage um die Nachwuchs-Akademie, die laut Statut nur von Klubs der höchsten zwei Leistungsstufen geführt werden darf, soll hingegen schon am 28. Juni fallen, wenn die BNZ-Kommission zusammentritt. In Absprache mit der Liga wird eine Ausnahmeregelung angestrebt, die auch für die ebenfalls lizenzlose Admira gelten soll.

(apa)

20.6.2007 12:47