Montag, 18. Juni 2007

Bei Ferrari läuten die Alarmglocken: Rote
Renner fahren auch in Indianapolis hinterher

  • Todt: "Situation in der WM wird immer komplizierter"
  • Punkterückstände von Massa und Räikkönen wachsen

Ferrari drohen in der Formel-1-WM vorzeitig die Felle davonzuschwimmen. Im Grand Prix der USA waren die Italiener bereits im dritten Rennen in Serie chancenlos gegen die Übermacht von McLaren-Mercedes. "McLaren ist zu stark, dieses Tempo konnte ich nicht halten", gestand der zweifache Saisonsieger Felipe Massa, der nach Platz drei bereits 19 Punkte Rückstand auf WM-Leader Lewis Hamilton hat.

Immerhin betrieb Massa Schadensbegrenzung, fuhr unmittelbar vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen auf das Podest. Dennoch macht sich Ferrari-Geschäftsführer Jean Todt Sorgen: "Die Situation in der WM wird immer komplizierter", weiß der Franzose, der dank neuer Entwicklungen bei den kommenden Tests in Silverstone bis zum Grand Prix von Frankreich am 1. Juli in Magny-Cours wieder an McLaren anschließen will.

Doch gerade in dieser Entwicklungsarbeit scheint es in den vergangenen Monaten zu hapern, nachdem Räikkönen zum Auftakt in Melbourne und Massa in Bahrain und Spanien drei der vier ersten Saisonrennen gewonnen hatten. Der Abgang von Rekordweltmeister Michael Schumacher, der sich als Entwickler und wichtige Anlaufstelle für die Ingenieure ausgezeichnet hat, scheint Ferrari mehr zu schmerzen als zu Beginn der Saison vermutet.

"Ferrari enttäuscht schon wieder, und manch einer träumt von Schumacher", schrieb die Zeitung "Il Secolo XIX" am Montag nach dem Rennen in Indianapolis. "Bei Ferrari schrillen die Alarmglocken", titelte die Sportzeitung "La Gazzetta dello Sport". Der "Corriere della Sera" sah "Ferrari im tiefroten Bereich." Die Aussagen der Piloten können da auch niemanden beruhigen. "In der WM sind die McLaren weit weg", meinte Massa.

Raikkönen dagegen, der als Schumacher-Nachfolger von McLaren geholt worden war, kritisierte einmal mehr Ferraris schwache Performance im Qualifying. "Da müssen wir besser werden", forderte der Finne, der seit seinem Auftaktsieg in Melbourne mehr als enttäuscht hat. Mit 32 Punkten liegt der 27-Jährige bereits 26 Punkte hinter Indy-Sieger Hamilton und 16 Zähler hinter dessen zweitplatziertem Teamkollegen Fernando Alonso.

(apa/red)

18.6.2007 15:02
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