IOC-Präsident Jacques Rogge: Knappes
Rennen im Dreikampf um die Spiele 2014
- Der IOC-Präsident ortet "exzellente Bewerbungen"
- Am 4. Juli fällt Entscheidung über Austragungsort
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IOC-Präsident Jacques Rogge erwartet einen spannenden Dreikampf zwischen Pyeongchang, Salzburg und Sotschi um die Olympischen Winterspiele 2014. Zwei Wochen vor der 119. IOC-Vollversammlung in Guatemala City bekräftigte der Belgier noch einmal die Null-Toleranz-Politik im Anti-Doping-Kampf, kündigte die Ausweitung der Tests und eine neue Programm-Politik mit 25 olympischen Kernsportarten ab 2016 an.
Die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entscheiden am 4. Juli in Guatemala-Stadt über den Austragungsort der Winterspiele 2014. "Das wird eine ganz knappe Entscheidung. Alle drei haben eine exzellente Bewerbung abgegeben. Bei der technischen Qualität gibt es kaum Unterschiede. Für das IOC ist entscheidend, welches Vertrauen die Mitglieder in die Bewerber haben", sagte der Belgier.
Der Vollversammlung sollen zudem die Grundlinien einer neuen Programm-Politik zur Abstimmung vorgelegt werden: Bei der Auswahl und Gewichtung der olympischen Sportarten dürfte die IOC-Exekutive mehr Rechte erhalten. Zu den 25 Kernsportarten bei den Sommerspielen 2016 - eine weniger als 2012 in London - können drei weitere kommen. "28 sind das Maximum", erklärte Rogge. Sowohl bei der "Abwahl" als auch bei der Neuaufnahme von Sportarten soll künftig die einfache Mehrheit (bisher zwei Drittel) ausreichend sein.
Der IOC-Präsident versprach eine beträchtliche Ausweitung der Dopingkontrollen bei Olympischen Spielen. 2004 in Athen waren es 3.700 Tests unter IOC-Regie, 2008 in Peking sollen es bereits 4.500 und vier Jahre darauf in London rund 5.000 sein. Rogge sprach sich für einen Ausbau von DNA-Tests und ein Strafregister aus, das größere Flexibilität bei der Verurteilung von Dopingsündern ermöglicht. So soll künftig auch eine vierjährige oder lebenslange Wettkampfsperre bei Doping-Erstvergehen möglich sein. Im Moment sind international zwei Jahre durchsetzbar. "DNA-Tests sind ein wichtiger Aspekt beim Kampf gegen Blutdoping", betonte der IOC-Chef.
Trotz seiner Null-Toleranz-Politik gegenüber Dopingsündern stellte Rogge die Position des Radsports im olympischen Programm nicht in Frage. Eine schnelle Entscheidung der IOC-Disziplinarkommission nach den Dopingaffären in Spanien und Deutschland sei nicht zu erwarten. "Das IOC wartet die Untersuchungen der drei unabhängigen Kommissionen in Deutschland ab und kann erst dann tätig werden", kündigte der IOC-Präsident an.
Eine "digitale Revolution" soll beim Olympischen Kongress 2009 in Kopenhagen eingeläutet werden. "Zum ersten Mal wird alles vollständig digital abgewickelt", sagte Rogge: "Nur E-Mails - keine Faxe, keine Briefe."
(apa/red)
