Donnerstag, 21. Juni 2007

Nach Aufkündigung der Waffenruhe: Auto mit 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt!

  • Spanien: Dokumente in Wagen weisen auf ETA hin
  • Polizei vermutet Vorbereitungen auf Anschlag

Zwei Wochen nach der Aufkündigung der Waffenruhe durch die baskische Untergrundorganisation ETA hat die spanische Polizei in einem Auto in Südspanien 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Zudem seien in dem Fahrzeug Dokumente gefunden worden, die auf die ETA hinwiesen, berichtete der Sender Cadena Ser. Ein Sprecher der Guardia Civil bestätigte, dass das Fahrzeug in Ayamonte nahe der südspanischen Stadt Huelva gefunden worden sei. Nähere Details zu dem Fund wollten die Ermittler jedoch nicht mitteilen.

Wahrscheinlich handle es sich nicht um ein Fahrzeug, mit dem in Kürze ein Anschlag verübt werden sollte, sondern um einen Wagen, der einer ETA-Zelle Zubehör für einen Anschlag bringen sollte, meldete die baskische Presseagentur Vasco Press unter Berufung auf Antiterrorkräfte. In dem Wagen sei Aluminiumpulver gefunden worden, wie die ETA es für Anschläge benutze. Zudem hätten sich in dem Auto Zünder, Uhren und ein Handbuch zum Bombenbau befunden.

Die ETA hatte am 5. Juni ihre Waffenruhe beendet und erklärt, sie werde Euskal Herria, das Land der Baskisch Sprechenden, "mit Waffen an allen Fronten verteidigen". Die Unabhängigkeitskämpfer hatten den Schritt damit begründet, dass die "Minimalbedingungen" für eine Fortsetzung der Verhandlungen mit der Regierung nicht erfüllt seien. Die ETA kämpft seit knapp 40 Jahren für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und im Süden Frankreichs. In dem Kampf wurden bisher 819 Menschen getötet.

(apa/red)

21.6.2007 18:19