Nach wochenlangen, blutigen Gefechten: Libanons Armee kontrolliert Flüchtlingslager
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Nach wochenlangen Kämpfen mit palästinensischen Extremisten der Fatah al-Islam hat die libanesische Armee nach eigenen Angaben das nordlibanesische Palästinenser-Flüchtlingslager Nahr al-Bared weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Strategische Stellungen, die von Kämpfern der Gruppe genutzt worden sind, seien "nunmehr in der Hand der libanesischen Streitkräfte", so die Armee.
Die Gefechte zwischen Regierungstruppen und Extremisten waren am 20. Mai ausgebrochen. Mindestens 141 Menschen waren dabei getötet worden, unter ihnen 74 libanesische Soldaten. Die meisten der 40.000 Bewohner des Lagers waren in ein benachbartes Camp geflohen. Nur rund 2000 Menschen waren in dem umkämpften Lager nahe der Hafenstadt Tripoli, der zweitgrößten Stadt des Landes, zurückgeblieben. Im Libanon leben mehrere hunderttausend palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachfahren unter meist erbärmlichen Bedingungen. Zu den über 400.000 vom UN-Hilfswerk UNRWA registrierten Menschen kommt eine unbekannte Anzahl weiterer Flüchtlinge, die in keiner Statistik auftauchen.
Die meisten Lager sind überfüllte Elendsquartiere mit ärmlichen Behausungen, wo Islamisten leichtes Spiel haben. Nach einer UNRWA- Statistik von 2006 leben etwa 60 Prozent unter der Armutsgrenze, über 70 Prozent sind arbeitslos. Zur Misere trägt bei, dass der libanesische Staat Palästinensern die Ausübung vieler Berufe verboten hat. Auch von der staatlichen Gesundheitsfürsorge sind sie ausgeschlossen. Neben den offiziellen Lagern gibt es über das ganze Land verstreut eine Reihe "wilder" Ansiedlungen, die von der UNRWA nicht anerkannt und nicht betreut werden.
(apa/red)
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