Wieder Flüchtlingstragödie im Mittelmeer: 22 Menschen vor Küste Maltas ertrunken
- Nur vier Insassen eines Kutters überlebten Reise
Vor der Mittelmeerinsel Malta sind vermutlich 22 Bootsflüchtlinge ertrunken. Nach Angaben der Marine sank ihr Boot in rund hundert Kilometer südlich von Malta. 22 der 26 Insassen wurden danach vermisst. Vier retteten sich schwimmend auf ein vorbeifahrendes Fischerboot. Das Unglück ereignete sich unweit des libyschen Hoheitsgebiets.
Malta hatte Ende Mai tagelang mit Libyen über eine Hilfeleistung für Flüchtlinge gestritten, die sich nach dem Untergang ihres Schiffes an Tunfischfangbecken klammerten. Ein Teil der Menschen wurde von anderen europäischen Schiffen gerettet. Allein die französische Marine barg aber 18 Leichen.
Der maltesische Innenminister Tonio Borg hatte in der vergangenen Woche gesagt, die Situation im Mittelmeer sei "völlig chaotisch". Jedes Jahr kämen nach vorsichtigen Schätzungen 600 Flüchtlinge vor den Toren Europas ums Leben. Malta habe in den vergangenen Wochen 250 Menschen gerettet und in den vergangenen fünf Jahren rund 7.000. Das seien zu viele für eine Insel mit 400.000 Einwohnern. (APA/red)
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