Beschneidungsfeier auf Fleischerbank: Bedürftige wegen Platzmangel ausgewichen
- Türkei: Kreisverwaltung leitete nun Untersuchung ein
Eine Beschneidungsfeier für bedürftige Familien, bei der mehrere Buben aus Platznot auf der Fleischerbank einer Schlachterei beschnitten wurden, hat in der Türkei Empörung ausgelöst. Weil nicht genügend Betten vorhanden waren, sei ein Dutzend Buben in eine Fleischhauerei gebracht und auf einem Tisch beschnitten worden, auf dem normalerweise Fleisch zerlegt werde, berichteten türkische Zeitungen.
Nach Bekanntwerden des Skandals seien die Fleischerhaken weggeräumt und Aufschriften, die das Geschäft als Schlachterei auswiesen, beseitigt worden. Die für die Gemeinde zuständige Kreisverwaltung in der südöstlich von Istanbul gelegenen Provinz Sakarya leitete den Berichten zufolge eine Untersuchung ein.
In türkischen Familien wird die rituelle Beschneidung des männlichen Nachwuchses in der Regel prunkvoll gefeiert. Weil sich nicht alle den Aufwand leisten können, springen vielerorts Gemeindeverwaltungen ein und veranstalten einmal im Jahr Beschneidungsfeiern für ärmere Familien.
(apa/red)
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