Weltweit operierender Pädophilen-Ring zerschlagen: 700 Verdächtige identifiziert
- Zehntausende Fotos und Filme wurden gefunden
- 31 Kinder konnten von der Polizei gerettet werden

Ermittler in 35 Ländern haben einen weltweit operierenden Pädophilen-Ring im Internet zerschlagen, der zehntausende Bilder und Filme über sexuellen Missbrauch von Kindern austauschte. Österreich war nach Angaben des Bundeskriminalamts nicht darunter. Die jüngsten Opfer waren nur einige Monate alt, wie die britischen Behörden am Montag mitteilten. 31 Kinder wurden gerettet und mehr als 700 Verdächtige identifiziert.
Ein Haupttäter ist ein 27 Jahre alter Brite, der zu einer unbefristeten Haftstrafe verurteilt wurde. Die britischen Behörden arbeiteten den Angaben zufolge vor allem mit Ermittlern in Kanada, Australien und den USA zusammen. Rund 200 Verdächtige stammen aus Großbritannien. Auch in Deutschland wird gegen zwei Männer aus Brandenburg und Bayern ermittelt.
Ein kanadischer Ermittler kam dem internationalen Netzwerk bereits vor Monaten über einen Internet-Chatroom auf die Spur, dessen Betreiber im September vergangenen Jahres festgenommen wurde. Fahnder nutzten seine Online-Identität, um den Chatroom "Kids the Light of Our Lives" (Kinder, das Licht unseres Lebens) zehn Tage lang weiterzubetreiben und Beweise gegen die Nutzer zu sammeln. Die kanadischen Behörden teilten mit, seit Ende 2005 seien 24 Kanadier festgenommen und sieben kanadische Kinder gerettet worden.
Zehntausende Bilder und Filme
Bei dem 27-jährigen Chatroom-Betreiber, der nach einem Bericht der Nachrichtenagentur PA im ostenglischen Buxhall in einem Bauernhaus mit seinen Eltern und seiner Schwester lebte, wurden fast 76.000 Bilder mit kinderpornografischem Inhalt gefunden, darunter 1.000 Filme. Der Mann wurde verurteilt. Vor Gericht hieß es, der 27-Jährige habe eine "Marktlücke" entdeckt, nachdem eine einschlägige US-Website von der Polizei geschlossen worden war.
Wie die Behörden mitteilten, soll er mehr als 11.000 Bilder an andere Nutzer weitergegeben haben. Der Mann hatte seinen Computer in seinem Schlafzimmer stehen, wie PA weiter berichtete. Er gestand den Besitz und die Weitergabe von pornografischen Bildern in neun Fällen. Im Internet benutzte er den Namen "Son of God" (Gottessohn).
Auch Babys missbraucht
Mehr als 15 sexuell misshandelte Kinder stammten den Angaben zufolge aus Großbritannien. Der Chef der britischen Kinderschutzbehörde CEOP, Jim Gamble, sagte, auf den Fotos sei der Missbrauch von "sehr, sehr jungen Kindern, Babys" zu sehen. Die ältesten Opfer seien mehr als zehn Jahre alt gewesen.
Die Festnahme des 27-Jährigen sei eine deutliche Warnung für alle, die das Internet für kinderpornografische Zwecke missbrauchten. "Für jeden der denkt, er könne solche schrecklichen Taten unentdeckt ausführen, ist dies ein böses Erwachen", sagte Gamble PA zufolge.
(apa/red)
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