Montag, 6. August 2007

"Bemühe mich sehr um diese Geschichte": Deutscher will Film über Kampusch drehen

  • Regisseur hat sich schon mit 19-Jähriger getroffen
  • Laut Kampusch keine Verhandlungen über Film

Der deutsche Fernsehproduzent Nico Hofmann bemüht sich intensiv um die Rechte an der Geschichte des österreichischen Entführungsopfers Natascha Kampusch. Er habe die 19-Jährige in Wien getroffen, sagte der 47-Jährige der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Seine Produktionsfirma Teamworx wolle den Stoff gern zu einem Fernsehfilm verarbeiten.

"Ich bemühe mich sehr um diese Geschichte. Mich interessiert vor allem die Frage, wie man unter solchen Umständen erwachsen wird", sagte Hofmann. Hofmann ist unter anderem verantwortlich für die deutschen Erfolgsproduktionen "Der Tunnel", "Die Flucht" und "Dresden".

Laut Kampusch keine Verhandlungen über Film
Natascha Kampusch habe derzeit kein Interesse an einer Verfilmung, so ihr Medienberater Stefan Bachleitner. "Es gibt daher keine Verhandlungen über die Filmrechte daran und es ist auch kein Treffen zwischen Herrn Nico Hofmann und ihr geplant - weder heute, noch in absehbarer Zukunft."

Hofmann habe sein Interesse an einer Verfilmung - so wie andere Produzenten - bei den Rechtsberatern des Entführungsopfers deponiert. Dabei sei der Deutsche der jungen Frau, die im Alter von zehn Jahren entführt und acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurde, ein Mal begegnet. Der Produzent habe dabei lediglich seine Überlegungen dargestellt, so Bachleitner zur APA. "Der Eindruck, dass hier ein Kampusch-Film in Planung wäre, ist definitiv falsch."

Natascha Kampusch, der im vergangenen August die Flucht vor ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil gelang, habe noch keine Entscheidung getroffen, ob es eines Tages ein Film- oder Buchprojekt geben werde, erklärte er. Alle dahingehenden Angebote würden auf ihren Wunsch von Anwälten dokumentarisch gesammelt. Jeder habe die Möglichkeit, hier Vorschläge zu deponieren.

Sollte sich Natascha Kampusch einmal zu einem Film entschließen, könnte der Angebots-Pool aufgearbeitet werden, hieß es. Derzeit kann sich die 19-Jährige dies laut Bachleitner allerdings nicht vorstellen. Bei einer etwaigen Entscheidung hätten ihre Rechtsberater dafür gesorgt, dass alle "Bieter" gleichberechtigt einbezogen werden.

Kampusch war 1998 als Zehnjährige auf dem Weg zur Schule im niederösterreichischen Strasshof von Wolfgang Priklopil verschleppt worden und hatte sich erst am 23. August 2006 aus der achteinhalbjährigen Gefangenschaft in einer zum Verlies umgebauten Garage befreien können. Ihr Entführer nahm sich daraufhin das Leben.

(apa/red)

6.8.2007 13:16