Sonntag, 24. Juni 2007

Wilde Schießerei bei Tauffeier: Betrunkener
feuerte mit Schrotflinte in Festgesellschaft

  • Vier Personen verletzt - Zwei Frauen in Lebensgefahr!
  • 36-jähriger Rumäne stellt sich selbst der Polizei

Ein Streit im Familienkreis ist offenbar zum Auslöser für die Schüsse auf eine Festgesellschaft in Napplach (Gemeinde Penk, Bezirk Spittal) in Kärnten geworden. In der Nacht auf Sonntag feuerte ein 36-jähriger Rumäne zwei Mal mit einer Schrottflinte auf die Gäste eines Tauffestes und verletzte vier Personen zum Teil schwer. Zwei Frauen (42 und 43 Jahre) schwebten in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter stellte sich kurz nach der Tat der Exekutive, ein Alkoholtest ergab 1,5 Promille.

Laut Polizeiangaben hatte eine rumänische Familie anlässlich einer Taufe Freunde und Verwandte in das Feuerwehrhaus von Napplach geladen. Der spätere Schütze, der mit zwei Landsleuten seit längerem im Streit lag, war auch anwesend.

Im Laufe des Abends und nach dem reichlichen Genuss von Alkohol kam es zwischen dem Verdächtigen und seinen Kontrahenten zu Streitigkeiten, die vorerst noch von anderen Gästen bereinigt werden konnten. "Der Streit ist eskaliert, es ging um die Ehre in der Familie", erklärte Chefermittler Johann Reiter.

Der Konflikt lebte wieder auf, der Verdächtige verließ gegen 22.15 Uhr wütend das Fest. Zu Hause holte er eine Schrotflinte, steckte Munition ein und fuhr auf das Fest zurück. Mit im Gepäck hatte der Mann laut Polizei auch ein 60 Zentimeter langes Metallschwert.

15 Minuten nach Mitternacht lud er seine Flinte und schoss aus relativ kurzer Entfernung durch die geschlossene Glaseingangstüre in das Feuerwehrhaus. Hinter der Verglasung der Türe hatte er einen Streitgegner vermutet. Tatsächlich traf er mit diesem Schuss die zwei Frauen, die dort zufällig nebeneinander gestanden waren. Beide Frauen wurden schwerst- und zwei weitere Personen durch Schrotkugeln und Glasscherben leicht verletzt.

Der Rumäne lud eine Patrone nach und feuerte noch einen Schuss durch ein Fenster in das Innere des Gebäudes, dort hatte er ebenfalls einen seiner Gegner vermutet. Durch den zweiten Schuss wurde niemand verletzt, es entstand lediglich Sachschaden.

Anschließend flüchtete der Mann mit seinem Auto nach Hause, rief von dort die Polizei an und ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Waffen wurden sichergestellt. Die Schwerverletzten wurden in das Landeskrankenhaus Klagenfurt eingeliefert, ihr Zustand war kritisch.
(apa/red)

24.6.2007 21:01