Freitag, 22. Juni 2007

Drei Tote und rund 80 Verletzte: Traurige
Bilanz nach Gewitterfront über Österreich

  • In Ostösterreich Böen bis zu 137 km/h verzeichnet
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Von der Gewitterfront, die am Donnerstagabend über Österreich hinweggefegt ist, waren Niederösterreich und Wien am stärksten betroffen. Zwei Todesopfer und ca. 60 Verletzte wurden in der Bundeshauptstadt registriert, ein Menschenleben und 20 Verletzte waren im Land unter der Enns zu beklagen. Laut ZAMG erreichte der Sturm in Neulengbach (Bezirk St. Pölten) seinen Spitzenwert mit 137 km/h, gefolgt von Wien-Unterlaaa mit 122.

800 zusätzliche Ausfahrten gab es zwischen Donnerstag 17.00 und Freitag 6.00 Uhr, so der Sprecher der Wiener Feuerwehr, Alexander Markl. 500 Mann mit 55 Fahrzeugen waren rund um die Uhr unterwegs.

"Gravierendster Einsatz" war die Bergung eines 50 Meter hohen umgestürzten Baukrans, der auf das Dach der Hauptfeuerwache in der Innenstadt gekracht war. Der 52-jährige Kranführer wurde in seiner Kabine eingeklemmt und getötet.

Ums Leben kam auch eine 60-Jährige in der Donaustadt. Gemeinsam mit zwei weiteren Personen wurde die Frau durch einen umgestürzten Baum in einer Ruderklub-Hütte am Dampfschiffhaufen eingeklemmt. Ein 40-jähriger Mann wurde schwer verletzt, die dritte Person konnte sich selbst aus den Trümmern befreien.

Schwere Schäden in Parks und auf der Donauinsel
In Wiens Parks und Alleen wurden tausende Bäume entwurzelt bzw. beschädigt. Mitarbeiter der Straßenreinigung, des Stadtgartenamts und der Bundesgärten waren im Dauereinsatz, es kam zu Sperren mehrerer Parkbereiche.

Auch am Festgelände der Donauinsel arbeitete man fieberhaft, aber optimistisch am Wiederaufbau. Wien Energie vermeldete, dass das Stromnetz nach Leitungsschäden bereits um 2.00 Uhr wieder in Betrieb war.

Bei dem Todesopfer in Niederösterreich handelte es sich um einen 51 Jahre alten Gemeindebediensteten. Sein Auto war in Schwechat-Rannersdorf (Bezirk Wien-Umgebung) von einem umstürzenden Baum getroffen worden.

Schwer verletzt wurden ein Radfahrer in Gaming (Bezirk Scheibbs) und ein Mann in Zwentendorf (Bezirk Tulln). Sie waren von einem Baum bzw. von einem Gartentor getroffen worden, so die Rettungsleitstelle LEBIG. Weitere Verletzte gab es u.a. in Tulln, Mödling (ein herabstürzender Ast traf zwei Kinder) und Zistersdorf (Bezirk Gänserndorf).

Straßen und Bahnstrecken blockiert
In Niederösterreich standen 358 Feuerwehren mit 963 Fahrzeugen und 4.370 Mann im Einsatz. Fast alle Landesteile waren vom Sturm betroffen. Die ÖBB verzeichneten zahlreiche Streckenunterbrechungen und damit Verspätungen, aber keine Unfälle oder Verletzten.

Im Bezirk Liezen wurden kurzfristig mehrere Straßen und die ÖBB-Bahnstrecke zwischen Selzthal und Frauenberg sowie Hieflau und Losenstein (OÖ) durch umgestürzte Bäume blockiert. Blitzschläge setzten ein Stellwerk am Bahnhof St. Michael rund eine Stunde außer Betrieb bzw. vermutlich einen Dachstuhl im Selzthal in Brand.

Im Burgenland waren 37 Feuerwehren mit 42 Fahrzeugen und rund 320 Mann im Einsatz. Zahlreiche umgestürzte Bäume mussten beseitigt werden, in Neufeld und in Edelstal deckte der Sturm zwei Gebäude ab. Am Neusiedler See herrschte Hochbetrieb, mehrere Boote und Surfer wurden aus Seenot geborgen.

Auch in Tirol wurden große Schäden angerichtet. Besonders betroffen war der Raum zwischen Sterzing (Südtirol) und Steinach am Brenner (Nordtirol). Straßen wurden meterhoch durch Geröll verlegt, Keller überflutet. Die wichtige Nord-Süd-Verbindung Brennerstraße war an mehreren Stellen bis Freitagvormittag gesperrt, ein Ausweichen war nur über die mautpflichtige Autobahn möglich.

(apa/red)

22.6.2007 13:25