Freitag, 22. Juni 2007

Streitereien kosten Sympathie: Österreich hat wenig Vertrauen in die Regierungsspitze

  • Große Skepsis gegenüber Gusenbauer und Molterer
    Hahn & Kdolsky verlieren - Westenthaler Schlusslicht
  • Fischer mit Abstand der vertrauenswürdigste Politiker

SPÖ und ÖVP bekommen für ihre Streitereien die Rechnung präsentiert: Der aktuelle APA/OGM-Vertrauensindex zeigt, dass die Österreicher nur wenig Vertrauen in die Spitze der rot-schwarzen Koalition haben. Auf der Vertrauensskala erreicht Kanzler Gusenbauer magere vier Punkte, sein Vize Molterer zehn. Bundespräsident Fischer ist mit 73 Punkten (plus sieben) weiter der mit Abstand vertrauenswürdigste Politiker.

"Vertrauen Sie xy, oder vertrauen sie xy nicht, oder kennen Sie xy nicht", lautete die Frage von OGM in 500 Telefoninterviews am Montag dieser Woche. Aus den beiden Werten wird dann der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird.

"Verlierer" im Vergleich zur März-Umfrage sind die ÖVP-Minister Hahn (minus acht) und Kdolsky (minus sieben) sowie ÖVP-Klubchef Schüssel (minus sechs). OGM-Chef Wolfgang Bachmayer führt als mögliche Gründe bei Hahn die Diskussion um dessen Dissertation an, bei Kdolsky "Show statt Substanz" und bei Schüssel den verbreiteten Vorwurf, er sei der "Drahtzieher" des schlechten Koalitionsklimas.

"Bemerkenswert" ist für Bachmayer auch der Vertrauensverlust beim Kanzler (minus fünf). Als mögliche Ursache nennt der Meinungsforscher die missglückte Rolle Gusenbauers bei der Besetzung des Direktors der Wiener Staatsoper.

Vertrauensgewinne können neben Fischer Außenministerin Plassnik und Justizministerin Berger mit jeweils sechs Punkten verzeichnen. Bachmayer sieht als Ursache das "seriös-kompetente Auftreten" der beiden Ministerinnen.

Bei den Parteichefs der Oppositionsparteien liegt Alexander Van der Bellen von den Grünen mit 18 Punkten (plus sieben) im oberen Drittel des Rankings und damit deutlich vor Gusenbauer und Molterer. FPÖ-Obmann Strache mit minus 51 und BZÖ-Chef Westenthaler mit minus 63 Punkten bilden - wie gehabt - das Schlusslicht des Rankings.

(apa/red)

22.6.2007 11:33