Donnerstag, 21. Juni 2007

Franz Jägerstätter wird selig gesprochen: Ehrung findet am Nationalfeiertag statt

  • Für Bischöfe ist er ein "Märtyrer des Gewissens"
  • Kriegsdienstverweigerer von nazis hingerichtet

Die Seligsprechung des von den Nationalsozialisten hingerichteten Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter findet voraussichtlich am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober, in Linz statt. Der Oberösterreicher Jägerstätter sei ein "Märtyrer des Gewissens" und ein "Zeuge der Seligpreisungen der Bergpredigt" gewesen, so Kardinal Christoph Schönborn nach der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz.

"Der Bauer und Mesner Franz Jägerstätter erkannte deutlicher als viele seiner Zeitgenossen die völlige Unvereinbarkeit des christlichen Glaubens und des verbrecherischen Systems des Nationalsozialismus", fand die Bischofskonferenz klare Worte. Obwohl er sich der Konsequenzen bewusst gewesen sei, habe er sich auf Grund seiner Gewissensentscheidung veranlasst gesehen, den Kriegsdienst für Adolf Hitler zu verweigern. "Jägerstätters Zeugnis war ein leuchtendes Beispiel in dunkler Zeit", so die Bischöfe weiter in ihrer Erklärung.

Der aus St. Radegund im Bezirk Braunau am Inn stammende Jägerstätter ist am 9. August 1943 in Brandenburg hingerichtet worden. Er hatte sich aus religiösen Gründen geweigert, mit der Waffe für Hitler in den Krieg zu ziehen. Jägerstätter wäre heuer am 20. Mai 100 Jahre alt geworden. Seiner inzwischen 94 Jahre alten Witwe Franziska sind erst kürzlich das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich sowie das Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich zuerkannt worden

(apa/red)

21.6.2007 12:24