Donnerstag, 21. Juni 2007

Liebesgrüße aus Moskau: In Salzburg verhafteter Russen-Spion kommt bald frei

  • Kein Immunitätsverzicht: Moskau lehnt Ersuchen ab

Der vor einer Woche in Salzburg unter Spionageverdacht verhaftete russische Staatsbürger Wladimir W. wird demnächst freikommen. Laut einem vom Rechtsdienst der UNO in New York erstellten Gutachten besitzt W. nämlich den Schutz der Immunität. Der Gesandte der russischen Botschaft lehnte ein österreichisches Ersuchen, auf die Immunität zu verzichten, im Wiener Außenministerium ab.

Das Moskauer Außenamt hatte vergangenen Freitag energisch die Freilassung seines Landsmannes gefordert und deutlich gemacht, dass Österreich durch die Verhaftung des Mitarbeiters der russischen Weltraumbehörde den bilateralen Beziehungen Schaden zufüge. Der Russe steht unter Verdacht, in Österreich spioniert und dabei mit einem Unteroffizier am Fliegerhorst Hörsching konspiriert zu haben. Die beiden sollen demnach Daten des deutsch-französischen Kampfhubschraubers "Eurocopter Tiger" ausspioniert haben.

Wann der Spionageverdächtige definitiv freikommt, war vorerst nicht klar. Seitens der Staatsanwaltschaft lag diesbezüglich Mittwochabend noch keine Information vor, wie deren Sprecher Gerhard Jarosch auf Anfrage der APA mitteilte. Laut Außenamtssprecher Georg Schnetzer soll W. nach seiner Enthaftung "auf schnellstem Wege Österreich verlassen". Seitens Österreichs wurde in einer Note an die Vereinten Nationen mitgeteilt, dass man davon ausgehe, dass die UNO künftige Nominierungen W.s für UNO-Konferenzen nicht mehr akzeptieren werde.

Im Gutachten des Rechtsdienstes der UNO wird festgehalten, dass der Russe Immunität genieße, weil er bei der Weltraumtagung in der Wiener UNO-City zwischen 6. und 15. Juni akkreditiert war. Österreichs Außenamt schloss sich dieser Rechtsauffassung an.
(apa)

21.6.2007 07:34