Montag, 11. Juni 2007

US-Minister will neue Einreisebestimmung:
Für Österreicher ändert sich vorerst nichts

  • Heimatschutzminister Chertoff will Regeln verschärfen
  • Touristen-Einbußen durch neue bürokratische Hürden

Die von US-Heimatschutzminister Chertoff angekündigten verschärften Einreisebestimmungen für Europäer ändern für Österreich vorerst nichts. Wie es aus der US-Botschaft in Wien gegenüber der APA heißt, habe Chertoff dies nur "angedacht", nichts sei beschlossen. Geht es nach den Vorstellungen Chertoffs werden sich USA-Reisende künftig 48 Stunden vor einem Abflug in die USA online registrieren und einen Fragebogen ausfüllen müssen.

Chertoff erklärte gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin "Spiegel", dass ein entsprechender Vorschlag im US-Kongress eingebracht worden sei. Dieser würde die visafreie Einreise auf Osteuropa ausweiten. "Aber gleichzeitig möchten wir den Sicherheitsstandard durch eine elektronische Reisegenehmigung erhöhen." Reisende sollten demnach Auskunft über Krankheiten und Drogenkonsum geben, berichtete die britische Tageszeitung "Times". Außerdem würden sie zu einer Beteiligung an Völkermord, Spionage, Sabotage oder Terroranschlägen abgefragt.

Daten mehrere Jahre gültig
Die Informationen, die Reisende online angeben, wären einige Jahre gültig, erläuterte Chertoff. Die Formulare müssten also nicht vor jeder USA-Reise ausgefüllt werden. Sollten sich schon im Vorfeld Probleme zeigen, würden die Betroffenen an einen Konsularbeamten verwiesen. Damit käme es nicht mehr vor, dass Passagieren nach stundenlangem Flug bei ihrer Ankunft die Einreise verwehrt würde. Für Reisen in letzter Minute ist laut dem US-Minister Ausnahmebestimmungen für eine schnellere Abwicklung angedacht.

Genaue Kontrollen
Schon jetzt müssen sich USA-Reisende genaueren Kontrollen unterziehen. Dabei werden laut Außenministerium unter anderem Fingerabdrücke erfasst und digitale Fotografien des Gesichts angefertigt. Die Einreisenden werden am US-Flughafen nach Reisezweck, Aufenthaltsdauer und Zielort befragt. Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und der EU werden zudem bis zu 34 Angaben an die USA übermittelt: Die USA erhalten Informationen von der Kreditkarten- bis zur Telefonnummer jedes Passagiers, sowie über die Bezahlung des Flugtickets, ob Business- oder Economy-Class, die erworbenen Bonus-Meilen oder das im Flugzeug bestellte Menü. Das Abkommen über die Weitergabe privater Fluggast-Daten läuft Ende Juli aus und soll durch einen dauerhaften Vertrag ersetzt werden.

Werden Touristen ausbleiben?
Die massiven Sicherheitsvorkehrungen bei der Einreise in die USA haben bereits viele Touristen abgeschreckt. Einer internationalen Studie zufolge sind die USA das Touristen-unfreundlichste Land der Welt. Angesichts unhöflicher Grenzbeamter und langwieriger Einreisevorschriften wurden die Vereinigten Staaten von doppelt so vielen Reisenden als "schlimmstes" Reiseland wie die an nächster Stelle stehenden Regionen eingestuft. Die Folgeplätze belegten Länder im Nahen Osten und in Asien. Die Untersuchung zeige, dass die Angst vor den US-Einwanderungsbehörden größer sei als die Furcht vor Terrorismus oder Gewalt. (apa/red)

11.6.2007 14:51