Mittwoch, 13. Juni 2007

Anklage: So teuer wird die Pflege

  • Offene Fragen: NEWS bringt Licht in die unklare Neuregelung der Hauspflege.

In NEWS rechnen jetzt Angehörige und Opfer ihren persönlichen ,Pflegenotstand‘ vor.

Einst war er in führender Funktion tätig, stand an der Spitze eines Beamtenapparats und blieb auch nach seiner Pensionierung bis ins hohe Alter geistig rege und körperlich aktiv. Doch Ende 2005 verschlechterte sich plötzlich der Gesundheitszustand von Wilfried D. rapide: Schlaganfall, Lungeninfarkt, Herzhinterwandinfarkt. Die Ärzte sahen damals wenig Chancen auf bessere Tage.

„Ins Heim hätte ich gehen können“, sagt der Niederösterreicher, der in zwei Monaten seinen 97. Geburtstag feiern wird, und blickt dabei von der Terrasse in den Garten seines Hauses. „Dass es anders gekommen ist, verdanke ich nur ihr“, meint der Jurist im Ruhestand und tätschelt Marta, seine Pflegerin aus der Slowakei. Die ausgebildete Krankenschwester versorgt Wilfried D. rund um die Uhr und im Turnus gemeinsam mit einer Kollegin – illegal. Denn der Pflegenotstand, der zwar seit Jahrzehnten bekannt ist, aber erst im Wahlkampf des Vorjahres öffentlich wurde, als sich herausstellte, dass selbst Exkanzler Schüssel bei seiner Schwiegermutter auf ausländische Hilfe vertraut hat – dieser Pflegenotstand ist trotz gegenteiliger Beteuerungen seitens der Politik bis dato traurige Realität. Geschätzte 20.000 Betroffene und deren Angehörige wissen genauso wenig wie Wilfried D., wie sie sich in Zukunft legale Pflege leisten können.

Pflege-Chaos prolongiert. Denn so viel ist klar: Anfang Juli tritt das neue, von Sozialminister Erwin Buchinger und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein ausgearbeitete Pflege-Paket in Kraft. Dieses soll Antwort auf all die offenen Fragen geben, die im Sommer ’06 aufgeworfen wurden. Doch das Modell sorgt schon jetzt für Verwirrung bei den Betroffenen und Zwist mit dem Koalitionspartner.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

13.6.2007 16:18