Arabella Kiesbauer: ,Daddy, wo bist du?

Ihre dramatische Suche nach der Familie ihres Vaters, ihr Geheimtrip nach Ghana, der diplomatische Kraftakt im Hintergrund.
Kotoka International Airport, Accra, Ghana. 30 Grad im Schatten, 69 Prozent Luftfeuchtigkeit. Der Himmel liegt schwer wie ein nasser Fetzen über dem Rollfeld. Es ist diese undefinierbare Mischung aus Vorfreude und Verunsicherung, die Arabella Kiesbauer im Handgepäck die Gangway hinunterträgt. Zum ersten Mal in ihrem Leben betritt die 38-jährige Moderatorin an diesem Montag Heimatboden. Auf der Suche nach ihren afrikanischen Wurzeln. Auf der Suche nach dem, was von ihrem Vater Sammy Amissah blieb.
Dad, Ebenezer Samuel Mbir Amissah, where are you? lautet der Titel einer dramatischen Suchanzeige, die Daniel Okaiteye Blessyn, ghanesischer Botschaftssekretär in Bern, namens der prominenten Moderatorin am 4. Mai im Daily Graphic, der auflagenstärksten Tageszeitung Ghanas, schaltete.
Die Vorgeschichte im Zeitraffer: Kiesbauers Vater, ein Mitglied des Ashanti-Stammes, wurde im Provinzdorf Kuntu geboren, studierte in der
Distriktsmetropole Kumasi Maschinenbau, ging nach Deutschland, wo er Ende der Sechzigerjahre Kiesbauers Mutter Hannelore lieben lernte. Er nahm Mama mit nach Ghana, dort wurde ihre Beziehung durch den Stammeshäuptling durch ein rituelles Bad im Fluss geweiht, der Medizinmann hat nach alten Bräuchen ein Mahl für sie zubereitet, schildert Arabella im NEWS-Interview. Doch die Kluft zwischen dem unterkühlten Europa und dem Zusammenhalt der afrikanischen Großfamilie sei zu stark gewesen, so Kiesbauer. Meine Eltern trennten sich, als ich ein zweijähriges Mäderl war.
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