Präsident Heinz Fischer im Interview mit NEWS: Zur Koalitionskrise und zur EM 2008
- "Bin nicht blind für Unzufriedenheit in Bevölkerung"
- 'Denke nach wie vor, dass Koalition beste Lösung war'
·Große Koalition gibt in der 'ZiB' den Ton an
Opposition kommt im ORF
immer seltener zu Wort
·SPÖ will Reformen, ÖVP steigt auf Bremse
Heftiger Koalitionsstreit über Gesamtschul-Absage
·IHRE MEINUNG zur anstehenden Wahl!
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Bundespräsident Heinz Fischer nimmt im großen NEWS-Interview zur Halbzeit seiner Amtsperiode zur Koalitionskrise Stellung: " Ich bin nicht blind und taub dafür, dass es in der Bevölkerung ein gewisses Maß an Ungeduld und ein gewisses Maß an Unzufriedenheit über manche Erscheinungsformen und manche - unnötige - verbale Auseinandersetzungen gibt."
Dennoch steht Fischer dazu, zur großen Koalition gedrängt zu haben: "Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass unter den gegebenen Möglichkeiten im Lichte des Wahlresultats vom 1. Oktober 2006 die Zusammenarbeit der beiden großen Parteien die beste Lösung war - wenn nicht überhaupt die einzig praktikable. Ich glaube nicht, dass wir jetzt in einer leichteren Situation wären, wenn ich zum Beispiel in Richtung einer Minderheitsregierung gedrängt hätte oder lange an dem wahrscheinlich aussichtslosen Versuch festgehalten hätte, eine Drei-Parteien-Regierung mit Regierungsparteien, die nicht miteinander arbeiten wollten, zu bewirken."
Zur Fußball-EM
Zu Fan-Ausschreitungen an österreichischen Fußballplätzen und zur kommenden Fußball-Europameisterschaft sagt der Bundespräsident: " Ich war schon während des Spiels sehr betroffen und habe auch unmittelbar nach Schlusspfiff, als sich sonst noch kaum jemand geäußert hat, sofort meine Ablehnung geäußert. Ich habe gesagt, dass mir das weh getan hat und das Wort vom "Judaschitz" völlig unakzeptabel ist. Aber auch der Anblick, wie manche auf das Gitter gesprungen sind und Schimpfworte gebrüllt haben - man konnte sehen, welche Aggressionen da drinstecken - war alarmierend. Zum Glück war beim nächsten Ländermatch nichts davon zu bemerken. Daher hoffe ich, dass bei der Fußball-Europameisterschaft die Fans an einem gemeinsamen Strang ziehen werden. Es tut mir auch immer weh, wenn man Gäste einlädt und manche Fans pfeifen oder buhen, wenn deren Hymne gespielt wird. Das darf ich heute schon sagen: Ich möchte, dass die österreichische Hymne in allen europäischen Ländern respektiert und nicht ausgepfiffen wird, aber ich verlange, dass auch andere Hymnen bei uns respektiert werden. Ich hoffe, dass wir das zusammenbringen."
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