Mittwoch, 13. Juni 2007

Historischer Fund: 1.560 Skelette unter Resten eines Lazaretts in Venedig entdeckt

  • Opfer der großen Pest-Epidemie des Jahres 1423

Italienische Archäologen haben unter den Resten eines Lazaretts auf einer Insel der Lagune von Venedig die Leichen von 1.560 Personen gefunden, die an Pest gestorben sind. Die Opfer waren der großen Pest-Epidemie des Jahres 1423 erlegen, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".

Die Analyse der Skelette, die auf der Insel Santa Maria di Nazareth im südlichen Teil der Venediger Lagune entdeckt wurden, soll den Archäologen wichtige Informationen über die Lebensweise im Venedig des 15. Jahrhunderts liefern.

Die Wissenschafter stießen auf 120 Massengräber, in denen sich insgesamt 1.391 Skelette befanden. Hinzu wurden 120 Einzelgräber und 238 Kinderskelette gefunden. Bei den Ausgrabungen wurden auch zahlreiche Gegenstände wie Geschirr, Kämme und Vasen entdeckt.

Laut den Archäologen handelt es sich um einen Fund von internationaler Relevanz. Das Lazarett soll bis 2010 restauriert und in ein Museum umgewandelt werden. Das Gebäude war nach dem Ausbruch der Seuche 1423 auf den Resten einer Abtei errichtet worden. Kranke wurden hier bis zur letzten großen Pest-Seuche im Jahr 1630 gebracht. Danach wurde die Insel in ein Militärhauptquartier umgewandelt und später wurde hier ein Tierheim eingerichtet. Seit den sechziger Jahren ist die Insel verlassen.

Vor drei Jahren hatte die Stadtverwaltung von Venedig die Restaurierung des Lazaretts beschlossen. Daraufhin hatten die Ausgrabungen begonnen. "Wir wussten, dass hier mehrere Menschen begraben worden waren, wir hätten jedoch mit einem solchen Fund nicht gerechnet", sagte einer der Archäologen.

(apa)

13.6.2007 10:42