Sparen lohnt sich jetzt wieder: Für täglich fälliges Geld bekommt man bis zu 3,85%
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- Aber Vorsicht bei lang laufenden Anleihen geboten

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Junge Kundschaft ohne Sicherheits-Bedenken
Die Europäische Zentralbank dreht an der Zinsschraube. Jetzt bekommt man für täglich fälliges Geld schon 3,85 Prozent. Vorsicht ist derzeit aber bei lang laufenden Anleihen geboten. FORMAT zeigt, wo sich jetzt eine sichere Geldanlage lohnt und welche Fonds Chancen auf Extrarenditen öffnen.
Den härtesten Kampf um die Gunst der Anleger fechten derzeit die Banken im Bereich der Sparbuchzinsen aus. Besonders im Bereich der kurzfristigen Veranlagung bis maximal drei Jahre finden sich bei einzelnen Instituten echte Schnäppchen. Besonders der Versicherungskonzern Allianz mischt den Markt bei den täglich fälligen Geldern auf. Mit 3,85 Prozent Zinsen am Taggeldkonto Allianz Top Cash bietet die Assekuranz derzeit mit Abstand die besten Konditionen (siehe Tabelle unten). Wolfram Littich, Chef der Allianz Österreich: "Kurze Angebote sind derzeit besonders lohnend. Wir haben eine flache Zinskurve, und deshalb bekommt man bei einer kurzfristigen Veranlagung nahezu gleich viel Geld, wie wenn man das Geld auf 30 Jahre veranlagt."
Mit 3,6 Prozent bietet auch die Bawag-PSK-Direktbanktochter easybank sehr gute Konditionen. Mit 3,25 Prozent folgen Autobank, Deniz, ING-DiBa und WSK.
Attraktive Zinsen bei Bindung
Wer sein Geld kurz bindet, darf mit Zinssätzen von über vier Prozent rechnen. Die BA-CA bietet bei einer Mindestanlage von 500 Euro ab einer Bindungsfrist von acht Monaten stattliche vier Prozent Zinsen. Erste Bank, Volksbank Wien und WSK geben für eine Veranlagung ab einem Jahr bereits 4,25 Prozent. Bei 18 Monaten Bindungsfrist ist die Wiener Volksbank WSK mit 4,4 Prozent einer der Topanbieter. Bindungsfristen von fünf Jahren bringen derzeit zum Beispiel bei der WSK bis zu 4,75 Prozent Zinsen, doch es hat angesichts der bevorstehenden weiteren Zinsanhebungen wenig Sinn, sich über einen so langen Zeitraum zu binden. Damit nimmt man sich die Chance, auf bevorstehende Zinssteigerungen reagieren zu können.
Auch Geldmarktfonds gute Option
Kurzfristige Anlagen mit Renditekick gibt es auch für Fondskäufer. Wer sein Geld zwischenparken möchte, kann zum Beispiel auf sicherheitsorientierte Geldmarktfonds zurückgreifen, die das Geld kurzfristig anlegen. Diese haben geringe Ausgabeaufschläge von maximal 0,5 Prozent und erwirtschafteten heuer in den ersten fünf Monaten schon Renditen von bis zu 1,7 Prozent. Auf Jahresbasis sind also locker über drei Prozent drin. Herbert Steindorfer, Rentenfondsmanager der Erste Sparinvest: "Solche Fonds haben zudem den Vorteil, dass man keine festen Bindungen wie auf Kapitalsparbüchern eingehen muss, und außerdem macht man automatisch alle Zinsanpassungen mit."
Zinsspirale dreht sich weiter
Gerade die Chance auf kurzfristige Zinszuwächse sollte man sich nicht entgehen lassen, denn ein weiteres Drehen an der Zinsschraube ist so gut wie sicher. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr noch die 4,25 Prozent von der Europäischen Zentralbank sehen werden. Es sind sogar 4,5 Prozent Leitzinsen möglich, doch das hängt sehr davon ab, wie sich die weltweite Konjunktur entwickeln wird", so Erste-Sparinvest-Fondsmanager Steindorfer.
Vorsicht bei Anleihen
Was sich bei Sparbüchern und Geldmarktfonds positiv auswirkt, ist Gift für klassische Euro-Staatsanleihenfonds. Schon die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre ließen viele Anleihenfonds ins Minus rutschen, und Besserung ist so bald nicht in Sicht. Der Grund: Die Ankündigung weiterer Zinsschritte beinhaltet auch zwischen den Zeilen die Botschaft, dass Europas Wirtschaft viel stärker wächst als erwartet. Tim Geißler, Chef des gesamten Geldmanagements bei Raiffeisen Niederösterreich-Wien: "Das haben die meisten Anleihenfondsmanager nicht erwartet, und damit sind sie jetzt strategisch falsch aufgestellt."
Für die Anleger heißt es deshalb bei den Anleihenfonds abwarten. Raiffeisen-Experte Geißler: "Derzeit in lang laufende Anleihen oder Anleihenfonds zu investieren macht überhaupt keinen Sinn, denn es ist nicht abzusehen, was in den nächsten Monaten passieren wird. Derzeit ist es besser, Geldmarktfonds oder Sparbücher vorzuziehen, bis sich die Situation beruhigt hat."
| Überblick: Die Konditionen der einzelnen Banken | ||
| Bank | täglich fällig * | mit Bindung |
| Allianz Top Cash | 3,85% | keine Produkte mit festen Veranlagungszeiträumen |
| livebank.at | 3,52% | keine Produkte mit festen Veranlagungszeiträumen |
| easybank | 3,60% | 1 Jahr: 4,1%; 2 Jahre: 4,3%; 3 Jahre: 4,4% |
| WSK Bank | 3,25% | 1 Jahr: 4,25%; 18 Monate: 4,4% (1.000 Mindesteinlage) |
| Deniz Bank | 3,25% | 6 Monate: 3,875%; 18 Monate: 4,25% (1.000 Mindesteinlage) |
| Autobank | 3,25% | keine Produkte mit festen Veranlagungszeiträumen |
| ING-DiBa | 3,25% | 6 Monate: 3,8%; 1 Jahr: 4% (10.000 Mindesteinlage) |
| Volksbank Wien | 2,125% | 1 Jahr: 4,25%; 3 Jahre: 4,375% |
| Raiffeisen NÖ-Wien | 1,875% | 9 Monate: 4%; 1 Jahr: 4,25%; 18 Monate: 4,375% |
| BA-CA | 1,625% | 8 Monate: 4% (500 Mindesteinlage) |
| Hypo Vorarlberg | 0,75% | 9 Monate: 3,875%; 1 Jahr: 4,1%; 2 Jahre: 4,375% |
| Bawag PSK | 0,125% | 1 Jahr: 4,1%; 1,5 Jahre: 4,3%; 3 Jahre: 4,5% (100 Mindesteinlage) |
| Erste Bank | 0,125% | 1 Jahr: 4,25%; 15 Monate: 4,375% |
*Angebote ab dem 1. Euro, teils Sparcards oder Onlinekonten
Stand: 15. Juni 2007
Noch mehr Infos finden Sie im FORMAT 24/07 !

