Mai-Inflation klettert auf Rekordhoch: Wohnen, Wasser & Energie als Preistreiber
- Höchste Teuerungsrate seit September 2005 erreicht
- Auch Nahrungsmittel und Freizeit immer kostspieliger

·Nationalbank-Trend versprüht Optimismus
OeNB erhöht Prognose 2007 auf + 3,2 Prozent
·Arbeitgeber für 3. Quartal optimistisch
Besonders gefragt sind hierzulande Facharbeiter
Die Inflation ist in Österreich im Mai mit 2,1 Prozent im Jahresabstand auf den höchsten Stand seit September 2005 geklettert. Im April und März dieses Jahres hatte die Teuerungsrate noch 1,8 Prozent betragen, im Februar und Jänner jeweils 1,6 Prozent.
"Haupt-Preistreiber" war nach Angaben der Statistik Austria auch im Mai mit 4,8 Prozent Anstieg die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie", die allein etwa zwei Fünftel der Jahresinflation ausmachte. "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" mit 3,9 Prozent Verteuerung waren für fast ein weiteres Viertel der Geldentwertung verantwortlich. Erstmals seit fast zwei Jahren erwies sich im Vormonat auch "Freizeit und Kultur" wieder als Preistreiber.
Erneut stärker als der allgemeine Verbraucherpreisindex kletterte im Mai der heimische Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH): Dieser spezielle Warenkorb verteuerte sich im Jahresabstand um 2,7 Prozent, nach 2,5 Prozent davor.
Der Anstieg des für die Europäische Währungsunion berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs erhöhte sich - wie beim allgemeinen VPI - auf 2,1 (1,8) Prozent. Auch auf Basis konstanter Steuersätze legte er in diesem Ausmaß zu.
Gegenüber dem Vormonat April erhöhte sich der heimische VPI im Mai um 0,4 Prozent; der HVPI legte um 0,3 Prozent im Monatsabstand zu.
Beim "Haupt-Preistreiber" "Wohnung, Wasser und Energie" mit im Schnitt 4,8 Prozent Verteuerung im Jahresabstand lagen im Mai die Preise etwa für Instandhaltung von Wohnungen um 5,7 Prozent, was vor allem auf höhere Materialkosten (+7 Prozent) zurückzuführen war; Zement kostete um 13 Prozent mehr, Ziegel um 11 Prozent mehr.
Energie um 5,4 Prozent teurer
Haushaltsenergie verteuerte sich um 5,4 Prozent, darunter Strom um 9 Prozent, Gas um 10 Prozent, während sich Heizöl um 7 Prozent verbilligte, wie die Statistik Austria am Donnerstag weiter bekannt gab. Die Betriebskosten für Wohnungen verteuerten sich insgesamt um 6 Prozent, bei Mietwohnungen um 7 Prozent, für Eigentumswohnungen um 5 Prozent.
Bei der im Schnitt um 3,9 Prozent teureren Gruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" verteuerten sich Nahrungsmittel allein um 4,2 Prozent, darunter Gemüse um 10 Prozent und Obst um 7 Prozent. Molkereiprodukte und Eier - etwa Vollmilch +5 Prozent, Eier +9 Prozent - wurden ebenso wie Brot und Getreideerzeugnisse im Schnitt um 4 Prozent teurer. Bei Fleischprodukten stiegen die Preise im Jahresabstand um 3 Prozent (Extrawurst ü6 Prozent).
Bei "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (im Schnitt +2,7 Prozent) verteuerten sich Versicherungen insgesamt um 2,3 Prozent, private Krankenversicherungen um 3 Prozent. Im Bereich "Freizeit und Kultur" (+0,4 Prozent) verteuerten sich Freizeit- und Kulturdienstleistungen insgesamt um 1,3 Prozent, etwa Geräte und Artikel für Freizeit um 1,7 Prozent, zum Beispiel PC-CD-Rom-Spiele +25 Prozent, sowie Zeitungen, Bücher und Schreibwaren zusammen um 2,7 Prozent, darunter Bestseller Sachbuch +14 Prozent. Um 5 Prozent billiger wurden audiovisuelle und elektronische Geräte.
"Restaurants und Hotels" verteuerten sich im Jahresabstand im Schnitt um 2,5 Prozent, darunter Bewirtungsdienstleistungen um 2,6 Prozent und Beherbergungsdienstleistungen um 1,5 Prozent.
Verkehr wichtigster Dämpfer
Der wichtigste Inflationsdämpfer war im Mai im Jahresabstand die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -1,0 Prozent). Treibstoffe waren um 4 Prozent billiger (Normalbenzin und Superbenzin jeweils -3 Prozent, Diesel -5 Prozent), Flugtickets sogar um 19 Prozent günstiger. In der "Nachrichtenübermittlung" (-3,1 Prozent) waren Telefon- und Telefaxdienstleistungen im Jahresabstand um 3,3 Prozent billiger.
Im Monatsabstand - von April auf Mai - verteuerte sich die Ausgabengruppe "Verkehr" im Schnitt um 1,1 Prozent. Hauptpreistreiber waren die Treibstoffe mit +3 Prozent (Normalbenzin +5 Prozent, Superbenzin +4 Prozent, Diesel +2 Przent), Flugticket-Preise legten um 6 Prozent zu. Bei "Freizeit und Kultur" (+1,0 Prozent) legten vor allem die Pauschalreise-Preise zu (+2,4 Prozent). Außerdem wurden Geräte und Artikel für Freizeit um insgesamt 1,7 Prozent (PC CD-Rom-Spiel +24 Prozent) und Zeitungen, Bücher und Schreibwaren um insgesamt 0,9 Prozent im Monatsabstand teuerer (Bestseller, Sachbuch +11 Prozent).
Wie in den vergangenen Monaten zählte die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" (-0,8 Prozent) im Monatsabstand zu den Preisdämpfern. Ebenfalls sinkende Preise verzeichnete die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (-0,2 Prozent). Beherbergungsdienstleistungen wurden in der Nebensaison insgesamt um 1,9 Prozent billiger (Hotelzimmer mit Frühstück 4*5* -5 Prozent).
(apa/red)

