Mittwoch, 13. Juni 2007

Gastinger wird Unternehmensberaterin: Ex-Justizministerin steigt bei Firma Beyond ein

  • Zuständig für den Ausbau der öffentlichen Beratung
  • Gastinger kennt Unternehmen aus Zeit als Ministerin

Ex-Justizministerin Karin Gastinger wird im August beim Unternehmensberater Beyond einsteigen. Wie Gastinger sagte, wird sie als eine von drei Partnern und Geschäftsführern für den Ausbau der Beratungstätigkeit im öffentlichen Bereich zuständig sein. Spezialisiert ist Beyond nach Angaben von Geschäftsführer Helmut Kern auf Unternehmensberatung in "regulierten Branchen" - also im Bereich der früheren Monopolisten im Telekom-, Energie- und Verkehrssektor.

Gastinger kennt das Unternehmen bereits aus ihrer Zeit als Justizministerin, wo Beyond die Zusammenlegung der Strafvollzugs-Verwaltung in der "Strafvollzugsdirektion" begleitet hatte. Auftragswert laut Kern: 120.000 Euro über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren. Als Problem sehen die beiden diese Verbindung nicht und betonen, dass Aufträge im öffentlichen Bereich generell ausgeschrieben werden müssen.

Für ihren neuen Job sieht sich Gastinger gut vorbereitet. Schließlich gebe es nur wenige frühere Politiker mit "Insider-Know-How" aus dem öffentlichen Bereich im Management-Consulting. Die meisten Ex-Politiker würden sich nämlich für Beratertätigkeit im Bereich Marketing, PR und Lobbying entscheiden - jüngstes Beispiel Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach. Sie wolle jedoch auch operativ tätig sein und freue sich schon auf die Projektarbeit, betont die Ex-Ministerin.

Ob Gastinger bei Beyond mehr oder weniger als in ihrer Regierungszeit verdient, wollte sie nicht sagen. Nur so viel: "Ich kann sehr gut davon leben." Gastingers Gehaltsfortzahlung (75 Prozent ihres Ministergehalts von fast 16.000 Euro brutto) läuft im Juli aus. Danach werde sie bis August bei ihrem Gatten mitversichert sein, der in Wien als Controller arbeitet. Mitentscheidend, das bereits im März erfolgte Angebot der Consulting-Firma anzunehmen, waren laut Gastinger die familienfreundlichen, flexiblen Arbeitszeiten - ihr Sohn Max wird Mitte Juli ein Jahr alt.

Recht locker nimmt Gastinger übrigens den Einbruch in ihrer Wohnung in Wien-Josefstadt. Schließlich habe es sich nicht um einen gezielten Einbruch, sondern um eine Gelegenheits-Tat (einen so genannten "Dämmerbruch") gehandelt. Gestohlen wurde nur ein Notebook, eine Kamera und - zum Abtransport des Diebsgutes - ein Rucksack mit Babysachen.

(apa/red)

13.6.2007 11:08