Mittwoch, 20. Juni 2007

Endgültiger Absturz in Regionalliga: GAK erhielt keine Lizenz für Spieljahr 2007/08!

  • Ständiges Neutrales Schiedsgericht urteilte negativ
  • Kapfenberg als Nutznießer: Steirer bleiben in 1. Liga

Der GAK gehört nicht mehr der Fußball-Bundesliga an. Das Ständige Neutrale Schiedsgericht unter Vorsitz von Prof. Walter Schrammel sowie den Beisitzern Dr. Kurt Klein (für den Liebherr GAK) und Dr. Bernhard Vanas (für die Bundesliga) entschied nach mehr als vierstündiger Sitzung im Justizzentrum Wien, die von den Grazern eingebrachte Klage gegen die Lizenzverweigerung abzuweisen. Damit erhielt der GAK endgültig keine Spielgenehmigung für die Red-Zac-Erste-Liga-Saison 2007/08 und schied mit sofortiger Wirkung aus der Bundesliga in den Landesverband aus.

Nutznießer dieser Lizenzverweigerung ist der SV Stadtwerke Kapfenberg. Die Steirer, die ursprünglich als Elfter und Vorletzter der Red Zac Erste Liga in die Regionalliga Mitte hätten absteigen müssen, nehmen nun den Platz von Bundesliga-Absteiger GAK in der zweithöchsten heimischen Liga ein. Die Grazer, vor drei Jahren noch Bundesliga-Meister, spielen dagegen nun künftig wohl nur noch in der Regionalliga Mitte.

Ungewisse Zukunft
"Das ist schlimm. Wir sind mit dieser Entscheidung um die Früchte der harten Arbeit in den vergangenen sechs Monaten gebracht worden", lautete der erste Kommentar von GAK-Präsident Stephan Sticher. "Noch nie hatte der GAK ein so ehrliches Budget, doch es schaut so aus, als ob die Bundesliga gegen uns was hätte."

Wie es nun mit dem Klub und der Nachwuchs-Akademie weitergehen wird, konnte Sticher noch nicht sagen. "Es wird eine Krisensitzung mit dem Präsidium geben, bei der sich die Zukunft des GAK entscheiden wird", betonte der GAK-Boss.

Stichers Stellvertreter Walter Messner zeigte sich "geschockt". "Wir hatten bis zuletzt mit der Lizenz gerechnet. Jetzt müssen wir für die Regionalliga die Weichen stellen. In den nächsten Tagen gilt es zu überlegen, wie es mit der Akademie, den Trainingszentren, dem Vereinsbüro usw. weitergeht."

Liga-Vorstand nicht überrascht
Bundesliga-Vorstand Georg Pangl hatte mit der endgültigen Lizenzverweigerung für den GAK gerechnet. "Angesichts der vielfältigen Turbulenzen in den vergangenen Monaten rund um den Klub ist die Entscheidung - trotz der intensiven Bemühungen der Vereinsverantwortlichen im Rahmen des Zwangsausgleichsverfahrens - nicht gänzlich überraschend", erklärte Pangl in einer Bundesliga-Aussendung.

"Auf Grund der über 100-jährigen Tradition ist dem GAK ein erfolgreicher Neustart und die schnellstmögliche Rückkehr in die Bundesliga zu wünschen. Gleichfalls gilt es ehestmöglich eine Lösung für die vorbildliche Akademie zu finden, sodass zumindest die Nachwuchsarbeit erfolgreich fortgesetzt und das moderne Trainingszentrum weiter genützt werden kann", ergänzte der Bundesliga-Vorstand.

Der GAK scheiterte als fünfter Verein seit 2002 auch in der dritten und letzten Instanz. Zuvor ereilte dieses Schicksal den FC Tirol als regierenden Meister (2002), Bregenz und Wörgl (2005/Untersiebenbrunn hatte auf den Gang zum Ständig Neutralen Schiedsgericht verzichtet) sowie zuletzt am 5. Juni die Admira.

Nutznießer Kapfenberg
Damit stehen die zwölf Teilnehmer an der Erstliga-Saison 2007/08 fest. Der Vorletzte Kapfenberg schaffte dank des GAK-Lizenzentzugs doch den Klassenerhalt, weil der Drittletzte Admira ebenfalls keine Spielgenehmigung erhalten hatte. Von den Regionalligen kommen Schwadorf (Ost), die Salzburg Amateure (West) und Bad Aussee (Mitte). Beim 2:1-Sieg des Regionalliga-Mitte-Meisters gegen SAK Klagenfurt wurde zwar angeblich ein Spieler der Klagenfurter von einem Ordner körperlich attackiert, eine Strafverifizierung und damit ein Rückfall von Bad Aussee auf Rang zwei ist aber praktisch auszuschließen.

(apa)

20.6.2007 09:01