Das Ende einer schwierigen 'Ehe': Matthäus wollte nicht Nummer 2 hinter Trapattoni sein
- Deutscher Ex-Weltmeister pochte auf Führungsrolle
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So spektakulär wie seine Präsentation war, so Aufsehen erregend war auch sein Abgang. Mit seinem Rauswurf bei Fußball-Meister Red Bull Salzburg beendete Lothar Matthäus auch sein zweites Engagement als Trainer in der österreichischen Bundesliga unfreiwillig. Wie sich herausstellte, dürfte es hinter den Kulissen der Mozartstadt zwischen dem Deutschen, der bereits im Mai 2002 nach neun Monaten als Rapid-Coach den Hut nehmen musste, und seinem "Chef" Giovanni Trapattoni schon länger gekriselt haben.
Am Tag nach der Trennung des populärsten Trainergespanns in der jüngsten Bundesliga-Geschichte zeigten sich die Beteiligten jedenfalls wortkarg. Beim ersten Training ohne den Deutschen im Trainingszentrum Taxham wollten sowohl die Spieler, als auch Trapattoni keinen Kommentar zur "Causa Matthäus" abgeben. Der Klub hatte sich selbst einen Maulkorb verpasst.
Wie Sportdirektor Oliver Kreuzer berichtete, dürften die Differenzen zwischen Matthäus und dem 68-jährigen "Mister" trotz des Titels zu groß gewesen sein. "Ich habe immer wieder feststellen müssen, dass es Kleinigkeiten gab, wo es mir nicht gelungen ist, die beiden Trainer zusammen zu bringen", meinte der Deutsche, der Bayern München gemeinsam mit "Loddar" 1997 zum Titel geführt hatte.
Ex-Weltmeister bekommt weiter Gehalt
"Matthäus hat sehr enttäuscht und betroffen reagiert. Wer erfährt es schon gerne, wenn er beurlaubt wird?", fragte Kreuzer. Nun werden sich Trapattoni, die Klubführung und er zusammensetzen und überlegen, ob und wann der Posten von Matthäus nachbesetzt wird. Dessen Vertrag bei Red Bull läuft noch bis 30. Juni 2008, er werde das Geld laut Kreuzer weiter "so bekommen, als würde er noch für uns arbeiten".
Vor der vielleicht wichtigsten Saison und der Champions League-Quali brauche man laut Kreuzer Ruhe und Geschlossenheit - beides hätte er schon gegen Ende der erfolgreichen Meistersaison vermisst. Das Fass zum Überlaufen soll laut Medienberichten Matthäus' Kritik an der bevorstehenden Verpflichtung des Innenverteidigers Ibrahim Sekagya (Arsenal de Sarandi/ARG) aus Uganda gebracht haben.
Matthäus wollte Führungsrolle
Fakt ist, dass der Weltsportler des Jahres 1990 bereits am Tag, als sich Salzburg den ersten Titel der Red Bull-Ära sicherte, seine Unzufriedenheit über die Rolle der Nummer zwei hinter dem italienischen Starcoach durchblicken ließ. "Es gibt Rollen, die mir sicher besser liegen. Auf Dauer werde ich mir mit Sicherheit was anderes suchen. Ich bin jemand, der gerne mehr Verantwortung trägt", hatte der 46-Jährige damals gemeint.
Kreuzer hatte das Verhältnis zwischen Matthäus und Trapattoni mehrfach als nicht unproblematisch skizziert. Matthäus wäre mit der Annahme gekommen, dass er Cheftrainer wird und Trapattoni als eine Art Supervisor agiert. Trotzdem hatte der Italiener keine Zweifel daran gelassen, wer das Sagen hat. Das Tandem "Trapatthäus" wäre wie eine Ehe, meinte der Italiener im NEWS-Interview - in welcher er die Rolle des Mannes eingenommen hätte. (apa/red)
