Knalleffekt beim Fußball-Meister: Red Bull Salzburg feuert Assistenz-Coach Matthäus!
- Verein: "Unterschiedliche Auffassungen" als Grund
- Nachbesetzung der Stelle "derzeit nicht notwendig"

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Der erste Trainingstag von Red Bull Salzburg hat gleich einen Paukenschlag gebracht. Der Verein trennte sich vom deutschen Assistenz-Trainer Lothar Matthäus, der im Mai 2006 den Verein zusammen mit dem italienischen Star-Coach Giovanni Trapattoni übernommen und in der Folgesaison auf Anhieb zum Titel geführt hatte. Der Posten von Matthäus wird laut Vereinsangaben vorerst nicht nachbesetzt.
Die Trennung kam zumindest für Insider nicht ganz überraschend, vom Termin her dann aber doch etwas aus heiterem Himmel. Die Anzeichen auf Trennung vom mit seiner Rolle als Nummer zwei offensichtlich schon seit längerem unzufriedenen, deutschen Rekord-Nationalspieler hatten sich beim Trainings-Auftakt der Salzburger in Taxham, zu dem 13 Spieler, Trapattoni und Konditionstrainer Fausto Rossi, nicht aber Matthäus, erschienen waren, verdichtet.
Unmittelbar vor einer Pressekonferenz gab der Klub dann die Trennung von "Loddar" bekannt. "Die Vereinsführung von Red Bull Salzburg hat einstimmig beschlossen, die Zusammenarbeit mit Lothar Matthäus mit sofortiger Wirkung zu beenden", hieß es in einer Aussendung. Unterschiedliche Auffassungen im Trainingsablauf und bei strategischen Entscheidungen würden eine positive Zusammenarbeit auf Dauer unmöglich machen.
Fehlende Harmonie?
Sportdirektor Oliver Kreuzer erklärte und bestätigte damit indirekt, dass die Harmonie offensichtlich nicht mehr gegeben war: "Wir haben diese Entscheidung getroffen, um wenige Wochen vor Beginn der wohl wichtigsten Saison des Vereins entsprechende Ruhe und Geschlossenheit in die Vorbereitungen zu bringen - und diese Ruhe und Geschlossenheit habe ich auch schon Ende der letzten Saison vermisst", sagte Kreuzer.
Jüngste Interviews von Matthäus in diversen Zeitungen seien aber nicht ausschlaggebend für die Trennung gewesen, betonte Kreuzer. Matthäus hatte sowohl wegen des möglichen Weggangs von Kapitän Niko Kovac als auch wegen der ungelösten Situation um den Wunschspieler Christoph Leitgeb (Sturm Graz) Kommentare in österreichischen und ausländischen Zeitungen abgegeben. Zum möglichen Engagement von Ibrahim Sekagya aus Uganda hatte Matthäus gegenüber der Tageszeitung "Österreich" gemeint, er, und vermutlich auch Trapattoni, hätten den Spieler nie spielen gesehen.
Nächster radikaler Schnitt
Red Bull Salzburg hat damit einmal mehr einen radikalen Schnitt auf dem Trainersektor vorgenommen. Im Mai des Vorjahres hatte man sich noch während der Saison von Kurt Jara getrennt und danach das Duo Trapattoni/Matthäus engagiert, das fortan unter der Bezeichnung "Trapatthäus" in die Schlagzeilen kam. Klub-Boss Dietrich Mateschitz hatte Jara u.a. Ungereimtheiten bei Spielertransfers vorgeworfen, der Tiroler hat deshalb seinen Ex-Arbeitgeber wegen Kreditschädigung geklagt. Das Strafverfahren gegen Jara wegen Untreue ist hingegen vor Kurzem eingestellt worden.
Nun geht auch die Ära von Matthäus bei den Salzburger vorzeitig zu Ende. Der zweifache Weltfußballer des Jahres, der von September 2001 bis Mai 2002 schon als Teamchef bei Rapid Wien im österreichischen Fußball als Trainer tätig gewesen war, sei von Beginn an in der Annahme gekommen, Cheftrainer unter einem Supervisor Trapattoni zu sein, hatte Kreuzer im März in einem Interview für die "Sportwoche" bestätigt.
Auch unmittelbar nach dem Titelgewinn hatte Matthäus ("Es gibt Rollen, die mir besser liegen") Unzufriedeheit über seine Rolle als "Nummer zwei" hinter Trapattoni geäußert. Außerdem soll es klare Meinungsverschiedenheiten beim Engagement und den Transfers von Spielern gegeben haben. Matthäus war für einen Kommentar vorerst nicht erreichbar.
(apa/red)
