'System der Schwarzgeldzahlungen': Finanz
fordert bereits rund neun Mio. von Kartnig
- Schlussanzeige der Finanzbehörde soll nun vorliegen
- NEWS: Kartnig gesteht in Brief Schwarzgeld-Zahlung

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Kartnig führte Sturm zu Titeln und in den Konkurs
Die Finanzbehörden fordern laut steirischen Medienberichten von Ex-Sturm Graz-Präsident Hannes Kartnig rund 8,76 Mio. Euro. Der größte Teil davon - 4,7 Mio. Euro - soll Lohnsteuer sein, die angeblich hinterzogen wurde. Bei den anderen Summen dürfte es sich u.a. um nicht versteuerte Zuschüsse für Fahrzeuge von Spielern, ein Haus für den Ex-Trainer Ivica Osim sowie Pensionsversicherungsbeiträge für Spieler handeln.
Die Nachforderung von 4,7 Mio. Euro ergebe sich laut "Kleine Zeitung" aus der Betriebsprüfung bei Kartnigs Firma Perspektiven-Werbung und den dazugehörigen Nebenfirmen in den Jahren 1998 bis 2004. Die Finanz erkenne dabei sämtliche Zahlungen, die Kartnig über seine Firma an Sturm geleistet hat, nicht als Betriebsausgaben an, so die Zeitung. Dazu kommen noch so genannte "Haftungsbescheide" auf Grund von zwei Lohnsteuerprüfungen beim Verein.
Im Zuge dieser Prüfungen seien die Fahnder "auf das System der Schwarzgeldzahlungen an die Spieler" gestoßen. Im Zuge des Sturm-Zwangsausgleichs seien 20 Prozent der hinterzogenen Abgaben überwiesen worden, die restlichen 80 Prozent soll nun Kartnig persönlich bezahlen. Laut Zeitung dürfte nur ein kleiner Teil der Summe strafrechtlich relevant sein, da die Frage der Absetzbarkeit von Betriebsausgaben Auslegungssache sei.
In der Schlussanzeige der Finanz würde eine "Vielzahl an Steuertricks aufgelistet", berichtete das ORF Radio. Es gehe dabei u.a. um "schwarz ausbezahlte Löhne", aber auch um die Nichtversteuerung von Zuschüssen für Wohnungen, um ein Haus für Ex-Trainer Osim, um Autos, die Spielern zur Verfügung gestellt worden sind sowie um unversteuerte Zuschüsse für Fahrzeuge. In diesen Punkten könnten auch Sturm-Spieler rechtlich belangt werden, wenn sie wussten, dass es sich um Schwarzgeld gehandelt habe.
Kartnig werde in der Schlussanzeige auch vorgeworfen, Privatausgaben als betriebliche Ausgaben verrechnet zu haben, wie Investitionen in Privathäuser, die Kosten für seinen Rolls Royce und drei andere Autos und seine Feier zum 50. Geburtstag. Dieses könne nicht als Betriebsausgaben anerkannt werden, da Rechnungen zum Teil umgeschrieben und andere schwarz bezahlt worden seien, hieß es. (apa/red)
