Noch ein Jungspund in der F1: Sebastian
Vettel betritt erstmals die ganz große Bühne
- 19-Jähriger debütiert nach Kubica-Unfall in USA
- Im BMW als fünftjüngster Pilot in der Formel 1
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Die BILDER: Bolide des
Polen völlig zerschmettert
Die Formel 1 erlebt in Indianapolis beim Grand Prix der USA die Premiere eines weiteren viel gepriesenen Talents. Der im schweizerischen Zug wohnende Deutsche Sebastian Vettel (19) darf sich in einem BMW-Sauber als Ersatzfahrer für den verletzten Polen Robert Kubica erstmals auf der ganz großen Bühne präsentieren.
In Indianapolis ist Vettel noch nie gefahren, die Formel 1 ist für den jungen Hessen aber kein Neuland. Vergangenes Jahr war er in den letzten fünf GP-Wochenenden als dritter Fahrer am Freitag im Einsatz. Schon damals hatte er Kubica ersetzt, weil der Pole für den entlassenen Jacques Villeneuve zum Stammpiloten befördert worden war.
Ausrufezeichen als Testfahrer
Als Test- und Ersatzfahrer sorgte Vettel prompt in Istanbul und Monza für Tagesbestzeiten. Auch heuer war der Red-Bull-Junior, der an sich 2007 in der Renault World Serie fährt, schon in Melbourne und Sepang - allerdings nur noch den halben Tag - zum Einsatz gekommen.
Natürlich freue er sich auf seinen ersten Grand Prix, sagt der Deutsche, der als eines der wenig wirklich erfolgreichen "Produkte" des Red-Bull-Junior-Teams gilt. "Aber ich hätte mir gewünscht, es wäre unter anderen Umständen dazu gekommen. Es ist nie schön, wenn ein Teamkollege nicht fahren kann, weil er einen Unfall hatte. Ich werde mein erstes Formel-1-Rennen gut vorbereitet in Angriff nehmen. Durch die vielen Testfahrten bin ich mit dem Auto bestens vertraut. Und um die Strecke hier in Indianapolis kennen zu lernen, hatte ich genügend Zeit."
Mit Schumacher verglichen
Sein Talent hat der am 3. Juli 1987 geborene Sohn eines Zimmermannes in kleineren Rennserien zur Genüge unter Beweis gestellt. Mit dreieinhalb Jahren saß der Heppenheimer im Kart, mit sieben fuhr er sein erstes richtiges Rennen. 2004 entschied er die Formel BMW ADAC Meisterschaft mit 18 Siegen in 20 Rennen überlegen für sich und wurde bereits als künftiger Michael Schumacher gehandelt. In der Formel 3 Euro-Serie gewann er in der folgenden Saison die Rookie-Wertung und wurde 2006 Gesamtzweiter. In diesem Jahr führt er in der World Series by Renault nach drei Rennen die Zwischenwertung an.
Nun vollzieht Vettel auf der Karriere-Leiter den letzten Schritt. Wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag, exakt im Alter von 19 Jahren, 11 Monaten und 15 Tagen als fünftjüngster Fahrer in der Geschichte der Formel 1.
Für Vettel wird allerdings im nächsten Jahr bei BMW-Sauber voraussichtlich kein Cockpit frei sein. Die bayerisch-schweizerische Allianz setzt wohl weiter auf das Duo Heidfeld/Kubica. Teamchef Mario Theissen ("Wir geben ihm für Indianapolis keine Platzvorgabe") überlegt deshalb, Vettel auszuleihen. Sinn würde primär die Variante Red Bull machen, weil der Energy-Drink-Hersteller neben BMW der zweite große Förderer des Deutschen ist. Red Bull darf aber nur zugreifen, wenn bei BMW für Vettel kein Platz ist.
(apa/red)
