Freitag, 15. Juni 2007

Formel 1 in Indianapolis: Hamilton will
auch im US-"Nudeltopf" kräftig umrühren

  • Wieder Stunk bei McLaren: Diesmal jammert Alonso
  • Nach Chaos-GP in Kanada neue Safety-Car-Regel?

Nur eine Woche nach dem chaotischen Rennen in Kanada geht in Indianapolis der zweite Formel-1-GP in Nordamerika in Szene. Nach seinem Premieren-Sieg in Montreal steht der junge McLaren-Pilot und WM-Leader Lewis Hamilton beim 7. von 17 Saisonläufen wieder voll im Blickpunkt.

Riesenstunk hatte es nach Montreal bei McLaren-Mercedes gegeben. Weltmeister Fernando Alonso hatte sich relativ offen beklagt, dass er in einem englischen Team mit einem englischen Teamkollegen fast zwangsläufig benachteiligt werde. Teamchef Ron Dennis hatte dem unter Druck gekommenen Spanier daraufhin explizit gleiche Behandlung garantiert.

Nur wenige Wochen davor war die Situation noch umgekehrt gewesen. Hamilton hatte sich nach dem Doppelsieg der Silberpfeile in Monaco beschwert, dass er Alonso nicht angreifen durfte. Der Rote Faden durch beide Rennen sind die neuen Safety-Car-Regeln. Seit heuer dürfen bei einer Neutralisierung des Rennens die Fahrer praktisch erst dann an die Box, wenn sich der Führende hinter das Safety Car gesetzt und der Rest des Feldes dahinter aufgefädelt hat. Während der Vorbeifahrt des Feldes ist die Boxenausfahrt zudem gesperrt.

In Monaco hatte Dennis seinen Jungstar Hamilton deshalb früher als geplant an die Box beordert. In Kanada war das Führungsauto gleich viermal auf die Strecke gekommen, was selbst viele Piloten verwirrte. So wurden Felipe Massa (Ferrari) und Giancarlo Fisichella (Renault) disqualifiziert, weil sie bei "Rot" aus der Box gefahren waren. Umgekehrt wurde etwa der Österreicher Alexander Wurz bei seinem Zehnjahres-Jubiläum in der Formel 1 dank Einstopp-Strategie vom 19. auf den dritten Platz gespült.

Nach Chaos-GP neue Safety-Car-Regel?
Auch deshalb hatte sich bei Alonso der Ärger relativ rasch gelegt. Der Hype um Hamilton lasse ihn kalt, sagte er. "Wenn Lewis in Kanada Probleme mit dem Safety-Car bekommen hätte, wäre er nicht Erster sondern Achter oder Neunter geworden. Er hat davon profitiert, ich nicht", stellte der Spanier lapidar fest.

Nicht nur die Piloten sind über die neuen Safety-Car-Regeln sauer. Dennis höchstpersönlich plädierte dafür, die Regeln rasch zu ändern. "Es ist einfach unfair. Wie dumm hätten wir ausgesehen, wenn unsere Autos ohne Benzin liegen geblieben wären, weil wir nicht an die Box durften", sagte Dennis und regte an: "Schnell ändern. Das funktioniert in der Formel 1 einfach nicht." Es wäre nicht die erste neue Regel, die man in der Motorsport-Königsklasse noch während der Saison wieder ändert.

Ferrari braucht rasch Erfolge
Sportlich steht Ferrari bereits unter Druck. Trotz der drei Saisonsiege von Massa und Kimi Räikkönen sind Hamilton und Alonso drauf und dran, den Roten zu enteilen. Dass Ferrari die vergangenen fünf Rennen in Indianapolis und sechs der sieben dort seit 2000 ausgetragenen Rennen gewonnen hat, lag hauptsächlich am zurückgetretenen Vorjahres-Sieger Michael Schumacher. "Uns liegt die Strecke, also bin ich zuversichtlich", meinte Räikkönen, der als Vierter bereits 21 Punkte Rückstand auf Hamilton hat.

Der junge Engländer wiederum ist noch nie in Indianapolis gefahren, aber das war auch in Kanada schon so gewesen. Für den acht Punkte zurückliegende Teamkollegen Alonso wiederum ist der berühmte "Brickyard" in Indianpolis die einzige Strecke im aktuellen Kalender, wo er noch nie auf dem Podest war. "Am Ende des Tages ist er der zweifache Weltmeister. Fernando wird in Indianapolis teuflisch schnell sein", übergab Hamilton seinem Teamkollegen die Favoritenrolle.

(apa/red)

15.6.2007 07:28
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