Glimpflicher Horror-Crash in Kanada: Kubica überlebte dank neuer FIA-Sicherheitsregeln
- Modernes Monocoque aus Kohlefaser als Lebensretter
- Kopf- und Nackenschutzsystem als zusätzliche Hilfe

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Der Pole Robert Kubica hat bei seinem schweren Unfall im Formel-1-Grand-Prix von Kanada einen Schutzengel mit an Bord seines BMW-Sauber gehabt. Der 22-Jährige, der mit mehr als 250 km/h von der Strecke abgeflogen, erst in eine Mauer und danach in die Leitschiene gekracht war, kam bei dem Crash vergleichsweise glimpflich davon. Kubica erlitt eine Gehirnerschütterung, einen leicht verdrehten Knöchel und schwere Prellungen, konnte die Sacre-Coeur-Klinik in Montreal aber bereits wieder verlassen.
"Vor ein paar Jahren wäre es nicht möglich gewesen, so einen Unfall überhaupt zu überleben", meinte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda. "Zu meiner Zeit wäre man bei so einem Unfall zweimal tot gewesen." Kubicas Rettung waren die modernen Monocoques aus Kohlefaser, die sich in der Formel 1 seit den tödlichen Unfällen des brasilianischen Superstars Ayrton Senna und des Österreichers Roland Ratzenberger 1994 in Imola schrittweise weiterentwickelt haben.
Etwas mehr als 40 Kilogramm wiegt die Überlebenszelle, die aus insgesamt zwölf Schichten besteht. Vor dieser Saison hat der Automobil-Weltverband (FIA) die Sicherheitsvorschriften noch einmal verschärft. Das Monocoque, das bei Kubica als beinahe einziger Teil des Autos noch übrig geblieben ist, ist nun mit einer zusätzlichen sechs Millimieter dicken Schicht aus Karbon und Zylon versehen. Zylon wird etwa für kugelsichere Westen verwendet und soll verhindern, dass Teile ins Cockpit eindringen.
Erste Crash-Tests waren erst 1985 eingeführt worden, mittlerweile gibt es drei dynamische und zwölf statische Belastungsprüfungen. Die Überlebenszelle muss dabei völlig intakt bleiben. Obligatorisch sind ein Kopf- und Nackenschutzsystem und das 2003 eingeführte HANS-System, durch das der Helm mit zwei elastischen Bändern an einem Gestell befestigt wird, das die Fahrer über den Schultern tragen. HANS sorgt für eine kontrollierte Verzögerung des Kopfes beim Aufprall und dafür, dass der Nacken nicht überdreht werden kann.
Es war also nicht nur ein Wunder, dass Kubica seinen Horror-Unfall ohne schwerere Verletzungen überlebte, sondern auch ein Produkt des technischen Fortschritts in punkto Sicherheit der Formel 1. "Das war das emotionalste Rennwochenende, das wir mit unserem jungen Team erlebt haben. Wir haben heute zweimal gewonnen", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, nachdem sein zweiter Pilot, der Deutsche Nick Heidfeld, als Zweiter unmittelbar vor dem Österreicher Alexander Wurz auf das Podest gefahren war. (apa/red)
