Sonntag, 17. Juni 2007

Lietz GT2-Sieger bei 24-Stunden-Rennen
in Le Mans: Vierter Audi-Triumph en suite

  • Peter wird nur 28. - Siedler und Felbermayrs out

Frank Biela, Emanuele Pirro und Marco Werner haben mit einer beeindruckenden Triumphfahrt den Siegeszug von Audi bei den 24 Stunden von Le Mans fortgesetzt. Das Trio gewann die 75. Auflage des legendären Langstreckenklassiker bei am Schluss strömendem Regen überlegen und wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg. Auch Österreich stellte einen Klassensieger: Der Niederösterreicher Richard Lietz triumphierte mit dem Franzosen Raymond Narac und dem US-Amerikaner Patrick Long in einem Porsche 997 in der GT2-Klasse.

Für den deutschen Audi-Werkspiloten Biela war es bereits der fünfte Le-Mans-Sieg. "Es war nicht einfach, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber für uns ist es sehr gut gelaufen", betonte der Deutsche.

Mit zehn Runden Rückstand belegte das Peugeot-Team Pedro Lamy, Stephane Sarrazin und Sebastien Bourdais abgeschlagen den zweiten Platz. Allerdings musste ihr Diesel 908 HDi 43 Minuten vor Rennende vorübergehend in die Box geschoben werden. Der Franzose Henri Pescarolo, mit 33 Starts der absolute Rekordhalter, kam überraschend auf Rang drei.

Achten Triumph verpasst
Der Le-Mans-Dominator Audi hatte trotz des siebenten Erfolges innerhalb von acht Jahren nicht nur Grund zum Jubeln. Der 39-jährige Rekordsieger Tom Kristensen aus Dänemark verpasste wegen eines Unfalls seines in Führung liegenden Teamkollegen Rinaldo Capello die Riesenchance auf seinen achten Triumph.

Eine Radmutter hatte sich um 07:35 Uhr am R10 TDI gelöst. Der Wagen wurde beim Abflug in die Leitplanken so stark demoliert, dass das Team aufgeben musste. Der Italiener Capello, dem seine Mechaniker um Mitternacht auf der Boxentafel noch herzlich zum 43. Geburtstag gratuliert hatten, blieb bei dem Unfall unverletzt.

"Ich habe bei Tempo 260 das linke Hinterrad verloren, als ich eine Kurve angebremst habe", schilderte Capello den Crash. "Das war ein schreckliches Gefühl. Ich war nur noch Passagier und hatte keine Chance, den Unfall zu vermeiden. Trotz des heftigen Aufpralls bin ich noch ganz und unverletzt."

Die erstmals von einem Dieselmotor angetriebenen Peugeot-Rennwagen waren bis kurz vor Schluss ernsthafte Audi-Konkurrenten. Zwei Stunden vor der Zielflagge hatten die Franzosen mit ihrem zweiten 908 HDi noch ein weiteres Eisen im Feuer. Dann musste das zweitplatzierte Fahrzeug des früheren Formel-1-Weltmeisters Jacques Villeneuve aus Kanada, der mit dem Spanier Marc Gene und Lokalmatador Nicolas Minassian fuhr, wegen eines Motorproblems an die Box.

Für den Tiroler Norbert Siedler war das Le-Mans-Debüt bereits um Mitternacht zu Ende: Ein Motorschaden stoppte den Pescarolo-Judd des Kruse-Teams. "Trotzdem war es ein positives und einmaliges Erlebnis, vor allem die Atmosphäre und die Zuschauerkulisse waren gigantisch", schwärmte Siedler. Auch Vater und Sohn Horst Felbermayr schieden wegen eines defekten Triebwerks an ihrem Porsche 997 aus.

Der Wiener Philipp Peter erreichte zwar mit seinen PSI-Experience-Teamkollegen David Hallyday und Claude-Yves Gosselin das Ziel, doch nach zwei Defekten - einmal Getriebe, einmal Kupplung - mit jeweils über einer Stunde "Stehzeit" war nicht mehr als Gesamtrang 28 für das Corvette-Trio drin.

"Alleine die Tatsache, nach 24 Stunden das Ziel bei diesem Klassiker zu erreichen, ist ein Erfolg. Das hat auch der Rummel nach der Zieldurchfahrt gezeigt. Alle im Team, alle Sponsoren und Freunde haben sich sehr gefreut", zog auch Peter trotz des alles andere als wunschgemäßen Rennverlaufs ein positives Resümee.

(apa/red)

17.6.2007 18:19