Freitag, 15. Juni 2007

Paukenschlag zum Auftakt der Golden- League-Serie: Defar verbessert Weltrekord!

  • Äthiopierin lief 5.000 m um 8 Sekunden schneller
  • Weltrekordler Asafa Powell gewann 100 m-Sprint

Die Äthiopierin Meseret Defar hat im Osloer Bislett-Stadion mit ihrem Weltrekordlauf über 5.000 m für den ersten Höhepunkt der noch jungen Leichtathletik-Freiluftsaison gesorgt. Die 23-jährige Olympiasiegerin lief 14:16,63 Minuten und verbesserte damit im ersten Meeting der "Golden League"-Serie ihre eigene Bestmarke aus dem Vorjahr um 7,9 Sekunden. Auch die Zweitplatzierte, die gleichaltrige Kenianerin Vivian Cheruiyot (KEN), blieb in 14:22,51 noch unter dem alten Weltrekord.

Defar hatte schon nach zwei Kilometern die Führungsarbeit von der Tempomacherin übernommen. Großen Anteil am Rekordlauf hatte Cheruiyot, die bis drei Runden vor dem Schluss mithalten konnte und die Äthiopierin so zum Rekord trieb. Die neue kenianische Rekordhalterin wurde mit einer Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeit um mehr als 22 Sekunden belohnt.

"Schon nach zwei Kilometern habe ich gedacht, dass ich den Weltrekord verbessern kann. Ich habe seit Monaten gut trainiert und gewusst, dass ich heute den Weltrekord laufen kann", erklärte Defar, die für den bereits 53. Weltrekord im Bislett-Stadion sorgte. Die WM-Zweite von 2005 hatte im Februar in Stuttgart in 8:23,72 einen Hallen-Weltrekord über 3.000 m aufgestellt und hält auch die Weltbestzeiten über drei und fünf Kilometer im Straßenlauf.

Bei ihrem Weltrekordlauf in Juni 2006 in New York hatte sie den Bestwert der Türkin Elvan Abeylegesse aus dem Jahr 2004 um lediglich 15 Hundertstel unterboten. Ihr Sturmlauf stellt einen Meilenstein im Frauen-Langstreckenlauf dar und macht sie auch zur Favoritin für die WM Ende August in Osaka.

Weltrekordler Asafa Powell gewann die 100 m in starken 9,94 Sekunden, damit wiederholte der Jamaikaner seinen Vorjahreserfolg. Zweiter wurde Portugals Doppel-Europameister Francis Obikwelu (10,06) vor dem Briten Marlon Devonish (10,08). Die 100 m der Frauen hatte zuvor die US-Amerikanerin Stephanie Durst in mäßigen 11,22 Sekunden gewonnen.

In Abwesenheit der US-Stars, die im Vorfeld der anstehenden Trials kaum in Europa auftauchen, hatte Powell leichtes Spiel. Bei Rückenwind von 0,9 m/s verfehlte der 24-Jährige die Jahresweltbestleistung des US-Sprinters Walter Dix nur um eine hundertstel Sekunde. Powells Weltrekord steht seit zwei Jahren bei 9,77 Sekunden. "Ich bin richtig glücklich über diesen Sieg", meinte Powell, nachdem er zum 27. Mal in seiner Karriere unter 10 Sekunden geblieben war.

Termine - "Golden League" der Leichtathleten:
6. Juli - Paris
13. Juli - Rom
7. September - Zürich
14. September - Brüssel
16. September - Berlin

Golden-League-Disziplinen:
Männer: 100 m, 1.500 m, 110 m Hürden, Dreisprung, Speerwurf
Frauen: 100 m, 400 m, 100 m Hürden, Hochsprung, Stabhochsprung

Modus:
Nur Athleten, die in ihrer Disziplin bei allen sechs Meetings ungeschlagen bleiben, erhalten einen Anteil am Jackpot von einer Million US-Dollar.

(apa/red)

15.6.2007 22:42