Großes Jubiläum in Le Mans: 24-Stunden-
Klassiker findet heuer zum 75. Mal statt
- Rookie Villeneuve könnte Geschichte schreiben
- Fünf Österreicher wagen das gefährliche Abenteuer

Zum bereits 75. Mal geht am Wochenende der 24-Stunden-Motorsport-Klassiker in Le Mans in Szene. Beim Jubiläums-Rennen auf dem 13,629 Kilometer langen Traditionskurs in Nordfrankreich kommt es zum Duell der beiden Dieselfavoriten Audi und Peugeot. Rekordsieger Tom Kristensen will sein Comeback mit dem achten Le-Mans-Sieg krönen, Jacques Villeneuve kann bei seiner Premiere Geschichte schreiben. Mit dabei sind auch fünf Österreicher.
Der dänische Langstrecken-König Kristensen und der kanadische Debütant stehen beim legendären 24-Stunden-Rennen im Mittelpunkt. Audi-Pilot Kristensen hat nach seinem schweren DTM-Unfall (Schleudertrauma) grünes Licht für den Start bekommen.
Der 36-jährige Villeneuve wäre der erste Fahrer, der in der Formel-1-WM, der ChampCar-Serie, Indianapolis und in Le Mans triumphiert hat. Villeneuve pilotiert einen Peugeot, wo man nach dem historischen Vorjahressieg des Audi R10 TDI nun ebenfalls auf Diesel setzt.
Mit dabei sind heuer gleich fünf Österreicher. Der Tiroler Norbert Siedler ergänzt das Trio des Kruse-Teams, das in der LMP2 einen Pescarolo Judd einsetzt. In der GT1-Klasse pilotiert Philipp Peter eine Corvette und in der GT2-Klasse starten neben Richard Lietz auch noch Vater und Sohn Felbermayr ebenfalls in einem Porsche 911.
Guter Boden für Austro-Renner
Österreicher haben bei diesem Klassiker immer wieder für Geschichte gesorgt. 1965 gewann Jochen Rindt, 1971 Helmut Marko (Streckenrekord), 1996 wurde Alexander Wurz mit 22 Jahren jüngster Sieger aller Zeiten. 1999 gewann Karl Wendlinger die GT2-Klasse, im selben Jahr führte Gerhard Berger als Sportdirektor einen BMW zum Gesamtsieg.
Audi beherrscht den Motorsport-Marathon seit dem Jahr 2000 und holte mit Ausnahme von 2003 (Bentley) immer den Gesamtsieg. Mit drei über 650 PS starken Prototypen soll diese Erfolgsserie ab Samstag fortgesetzt werden. Start ist wegen der französischen Parlamentswahlen diesmal bereits um 15.00 Uhr MESZ (live auf DSF, Premiere).
Sohn von Alain Prost am Start
Die Audi-Hoffnungen ruhen auf den beiden routinierten Teams Kristensen/Dindo Capello/Allan McNish und Biela/Pirro/Werner. Bei Peugeot setzt man auf Minassian/Gene/Villeneuve und den 908 HDi mit der Nummer acht. Der holte mit Stephane Sarrazin, Pedro Lamy und Bergers-F1-Wunschpilot Sebastien Bourdais die provisorische Pole. Das erste Zeittraining war nach einem schweren Unfall eines Lamborghini für fast eine Stunde unterbrochen.
Neben dem ehemaligen Ski-Star und Dakar-Sieger Luc Alphand ist in der GT1-Klasse auch Nicolas Prost am Start. Der Sohn des ehemaligen französischen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost ist als Motorsport-Manager längst höchst erfolgreich und versucht sich nun auch wieder selbst auf der Strecke.
(apa/red)
