Kunst-Aktion mit Folgen: Vermeintliche Atomexplosion im tschechischen Fernsehen!
- TV-Bilder zeigen Nuklearangriff im Riesengebirge
- Angeblich steckt Künstler hinter Fernsehattacke
Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als es im tschechischen Frühstücksfernsehen statt idyllischer Landschaften plötzlich Bilder einer Atombombenexplosion zu sehen gab! Die schockierenden Bilder zeigten eine vermeintliche Explosion im im böhmischen Riesengebirge. Später wurde bekannt, dass ein Mitglied der für die Aktion verantwortlichen Gruppe von Computerhackern der tschechische Künstler Roman Tyc sein soll.
Der öffentlich-rechtliche Sender CT2 strahlt jeden Tag in der Früh Bilder von Erholungszentren des Landes aus. Dabei werden die unkommentierten Szenen von fest installierten Kameras aufgenommen, die rund eine Minute lang über den jeweiligen Ort schwenken.
Computerexperten der Initiative Ztohoven hackten sich in die CT2-Leitung und speisten die simulierte Detonation einer Atombombe ein. Der Sender werde vermutlich Anzeige erstatten, sagte ein CT-Sprecher.
Roman Tyc hatte schon im April für Schlagzeilen gesorgt, als er in einer Nacht- und Nebelaktion in Prag dutzende Ampelmännchen ausgetauscht und verfremdet hatte. Dabei hatte er die Standardfiguren aus mindestens 50 Ampeln zum Teil vor den Augen nichts ahnender Polizisten herausgeschraubt und durch liegende, pinkelnde oder trinkende Fantasie-Kreationen ersetzt. In einem "Bekennerschreiben" hatte Tyc seine Tat damals "beispielhaft" genannt: Die Menschen sollten sich die Männchen zum Vorbild nehmen und "ebenfalls starre Positionen verlassen".
(apa/red)
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