Sonntag, 17. Juni 2007

15 lange Monate: Vergessliche Richterin
ließ Spanier unschuldig im Gefängnis sitzen

  • Schluderei: Beamtin hat den Häf'n nicht informiert
  • Obdachloser schon bei Verhaftung vom Pech verfolgt

Wegen der Schluderei einer Richterin ist ein 32-jähriger Spanier rund 15 Monate unschuldig hinter Gittern gesessen. Der Mann war Anfang 2006 in einem Einbruchs-Prozess freigesprochen worden. Die Richterin vergaß jedoch, die Gefängnisleitung darüber zu informieren.

Erst als sich der Häftling nach 437 Tagen erkundigte, ob er noch lange einsitzen müsse, sei der Irrtum bemerkt worden. Der 32-Jährige will nun auf Schadensersatz klagen, die Richterin wurde ihres Amtes enthoben.

Der drogenabhängige Obdachlose hatte bereits bei seiner Festnahme nahe Granada in Südspanien Pech gehabt: Er wollte sich auf der Straße einen Joint anzünden. Da es sehr windig war, setzte er sich in ein unverschlossenes Auto am Straßenrand.

Was er nicht ahnen konnte: Der Wagen gehörte einer Zivilstreife der Polizei. Als die Beamten zurückkehrten, nahmen sie den Mann fest. Im Gefängnis saß er dann, ohne es zu wissen, mit dem Ex-Freund der vergesslichen Richterin ein - dieser war wegen Drogenhandels verurteilt worden.

(apa/red)

17.6.2007 13:56