Putin erhält "Verschlossene Auster": Zum "Informationsblockierer des Jahres" gekürt
- Putin ein "lupenreiner Gegner der Pressefreiheit"
- Russischer Präsident bekam Kritikpreis verliehen
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Der russische Präsident Wladimir Putin bekommt in diesem Jahr den Kritikpreis "Verschlossene Auster" für den "Informationsblockierer des Jahres". Wie die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche mitteilte, erhält Putin den Preis wegen der anhaltenden Behinderung der freien Presse in Russland. "Putin ist ein lupenreiner Gegner der Presse- und Meinungsfreiheit", sagte der Vorsitzende des Netzwerks Recherche, Thomas Leif. Der russische Präsident lasse unbequeme Wahrheiten rigoros unterdrücken.
Der Innenpolitik-Chef der "Süddeutschen Zeitung", Heribert Prantl, sagte laut Mitteilung in seiner Preisrede: "Die Meinungsfreiheit in Russland ist die Freiheit, Putin zu lieben - die meisten Russen machen davon Gebrauch." Und die Pressefreiheit dort sei die Freiheit, "so zu schreiben, wie Putin es mag - die meisten Medien machen davon Gebrauch". Medienvielfalt gebe es in Russland nur auf dem Papier. Prantl kritisierte zudem eine Unterwerfung der für die Meinungsbildung relevanten Medien unter die Kontrolle der Staatsmacht.
Das Netzwerk wies auch darauf hin, dass seit 2000 in Russland 14 Journalisten, die kritisch über Staat und Regierung recherchierten, ermordet worden oder auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen seien. Die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja im Oktober vergangenen Jahres habe die Aufmerksamkeit auf die zunehmende Unterdrückung der Pressefreiheit gelenkt. Anfang des Jahres habe Putin zwar auf einer Pressekonferenz die Bedeutung der Pressefreiheit unterstrichen. Er lasse seinen Worten aber keine Taten folgen. "Ohne freie Medien wird es in Russland keine Demokratie-Entwicklung geben", betonte Leif.
Das Netzwerk Recherche, das die "Verschlossene Auster" zum sechsten Mal verlieh, wählte auf seiner Jahrestagung in Hamburg auch einen neuen Vorstand: An der Spitze werden auch in den kommenden beiden Jahren Leif (SWR) und Hans Leyendecker ("Süddeutsche Zeitung") stehen.
(apa/red)
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